Studie: Im Lockdown schränken Leute ihre Bewegungen ein – Ausnahme Kreis Höxter
Mobilität im Rückwärtsgang

Bielefeld (WB) -

Der Lockdown in Deutschland hat die Mobilität der Menschen wie erhofft beeinflusst. Das geht aus einer Untersuchung der Humboldt-Universität Berlin hervor. Danach sind die Bewegungen der Menschen mit dem Beginn der verstärkten Kontaktbeschränkungen am 16. Dezember um rund 20 Prozent zurückgegangen.

Donnerstag, 21.01.2021, 03:09 Uhr aktualisiert: 21.01.2021, 05:50 Uhr
Im Kreis Minden-Lübbecke ist die allgemeine Mobilität am meisten zurückgegangen. Grafik: Lisa Stetzkamp

Die Forscher werteten dazu zwischen dem 16. Dezember und 10. Januar anonymisierte Handy-Bewegungsdaten aus und verglichen sie mit Daten aus dem Vorjahr. Der „Tagesspiegel“ hatte zuerst darüber berichtet.

Auffällig dabei ist: Die Mobilität ist im Nordosten der Republik weniger stark zurückgegangen – oder sogar gestiegen – wie beispielsweise im Landkreis Holzminden zwischen Göttingen und Bielefeld. In anderen Regionen schränkten sich die Menschen offenbar stark ein. Vor allem im bayerischen Regen, einem Landkreis der lange hohe Inzidenzwerte meldete, brach die Mobilität regelrecht ein.

Auch in Ostwestfalen-Lippe ging die Bewegung un­term Strich zurück; die Un­terschiede sind aber deutlich. Am meisten zurückgegangen ist die allgemeine Mobilität im Kreis Minden-Lübbecke mit minus 42,5 Prozent gefolgt von der Stadt Bielefeld mit einem Rückgang von 28,7 Prozent und dem Kreis Herford mit minus 25,2 Prozent. Im Kreis Paderborn ging die Mobilität um 24,5 Prozent zurück, im Kreis Lippe um 22,5 Prozent und im Kreis Gütersloh um 22,2 Prozent. Ausreißer in Ostwestfalen ist der Kreis Höxter. Hier verzeichneten die Analysten einen gegenteiligen Trend; die Mobilität nahm trotz der vielen Kontaktbeschränkungen um 1,7 Prozent zu.

Die Menschen haben ihre Mobilität aber nicht nur zurückgefahren. Laut Untersuchung gingen auch die Bewegungen über größere Distanzen zurück – stärker als jene über kürzere Entfernungen. Die Handydaten-Auswertung zeigt: Es gibt weniger Bewegungen über Kreisgrenzen hinweg. Prof. Dirk Brockmann, Leiter der Projektgruppe, glaubt, dass die Mobilitätsreduktion dazu beitragen kann, die Pandemie einzudämmen. „Die Einschränkung der Mobilität schränkt indirekt auch Kontakte ein“, sagte er dem „Tagesspiegel“.

Offen ist aber, ob die Regel, dass sich Menschen aus Regionen mit hoher Inzidenz nicht mehr als 15 Kilometer über ihre Kreisgrenzen hinaus bewegen dürfen, Sinn ergibt. Denn auch unter normalen Umständen machen längere Reisen nur 20 bis 30 Prozent aller Bewegungen aus. Der große Rest findet innerhalb eines 15-Kilometer-Radius statt.

 

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