Hawar und Kauzar Maho betreiben den Salon „Punkt Friseur“ in Hiddenhausen
Zwangspause kurz nach dem Neustart

Hiddenhausen -

Die eigens für die Neueröffnung aufgeblasenen bunten Luftballons hängen noch im Schaufenster, doch im Inneren des Salons „Punkt Friseur“ am Rathausplatz in Lippinghausen ruhen seit dem 16. Dezember Schere, Lockenstab und Haartrockner.

Sonntag, 10.01.2021, 06:00 Uhr

Für das Geschwisterpaar Hawar und Kauzar Maho ein harter Schlag, denn erst am 23. November hatte das neue Friseurgeschäft erstmals seine Türen für Kunden geöffnet.

„Natürlich waren wir uns des Risikos bewusst, in diesen Zeiten einen solchen Schritt zu wagen“, sagt Hawar Maho, der mit seinen 24 Jahren auf dem Weg zum Meister ist, während seine ein Jahr jüngere Schwester den Titel bereits tragen darf. Und er ergänzt nachdenklich: „Aber Corona wird uns mindestens noch ein oder zwei Jahre begleiten. Wenn wir so lange mit der Eröffnung gewartet hätten, wäre es zu spät gewesen. Ich möchte einfach nicht, dass meine Schwester den Mut verliert und aufgibt.“

Er und die gesamte Familie unterstützen die junge Geschäftsfrau finanziell, haben bereits vor dem Start ein kleines Polster angespart und sind bereit, auch in den kommenden Monaten Geld in die Hand zu nehmen, damit der Salon im Zentrum Lippinghausens bestehen bleiben kann.

„Natürlich war meine Schwester sehr aufgeregt, als sie von dem erneuten Lockdown hörte. Aber ich sagte ihr ganz klar, dass das einfach nichts bringt. Wir müssen mit der Situation, wie sie jetzt ist, leben. Und ganz ehrlich: Lieber verzichte ich auf Geld, als die Gesundheit anderer oder von mir aufs Spiel zu setzen“, gibt Hawar Maho offen zu.

Er und Kauzar Maho sind dankbar dafür, dass die ersten und bislang einzigen drei Wochen Geschäftsbetrieb so erfolgreich verlaufen sind. „Wir hatten nicht mit so vielen Kunden gerechnet. Der Zuspruch war wirklich gut“, freut sich der 24-Jährige. Im Vorfeld waren rund 15.000 Flyer mit Werbung verteilt worden, auch mit Hilfe der sozialen Netzwerke rührte das Salon-Team fleißig die Werbetrommel. Rund 20.000 Euro investierte das Geschwisterpaar in Sanierung und Einrichtung der 66 Quadratmeter großen Räumlichkeiten, der Vermieter zeigte sich kulant und verzichtete im Vorfeld auf die sonst übliche Kaution. „Mein Bruder, der handwerklich sehr begabt ist, hat hier so gut wie alles gemacht, vom Fliesenlegen über die Wandgestaltung bis hin zum Verlegen des Laminats. Sonst wäre es deutlich teurer geworden“, ist Hawar Maho dankbar für die familiäre Unterstützung. Auch Bruder Khalid, der wenige Meter entfernt die „Pizzeria Punkt“ betreibt, sorgte dafür, dass der Friseursalon während der heißen Phase im Gespräch blieb.

Jetzt setzt das Bruder-Schwester-Gespann auf ein baldiges Ende des Lockdowns und eine Wiedereröffnung ihres Salons. „Wir würden in Zukunft auch gerne Auszubildende einstellen, auch deswegen wären wir mehr als dankbar dafür, wieder arbeiten zu dürfen“, erklärt Hawar Maho.

Und auch die Hiddenhausener scharren bestimmt schon mit den Hufen, um sich bald wieder einen ordentlichen Post-Corona-Haarschnitt verpassen zu lassen.

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