Ein guter Bekannter aus dem Erzgebirge kreiert Verkaufsschlager – im Advent erneut in der Markthalle Herford
Er lässt den Virologen rauchen

Herford (WB) -

Die sieben Zwerge, Martin Luther mit den 95 Thesen, niedliche Holzwürmer – Tino Günther (58) hat schon viele Ideen in Holzfiguren verwandelt. Sein rauchender Virologe Christian Drosten sprengt aber alle Rekorde.

Freitag, 08.01.2021, 06:00 Uhr aktualisiert: 08.01.2021, 09:01 Uhr
Wie kann das Virus besiegt werden? Dem hölzernen Virologen Christian Drosten raucht der Kopf. Das Räuchermännchen des in Herford bekannten Spielzeugmachers Tino Günther ist ein Verkaufsschlager. Mehr als 10.000 Bestellungen liegen bereits vor. Foto: Hendrik Schmidt

„Wir haben mittlerweile mehr als 10.000 Bestellungen“, sagt sein Sohn Frederic Günther (34) – von Privatpersonen, Handelspartnern und Einzelhändlern. Nachgefragt wird die Figur auch aus dem Ausland, etwa Österreich, USA und Japan.

Bei einer solchen Auftragsschwemme muss sich der 1914 gegründete Familienbetrieb aus dem Erzgebirge selbst in Corona-Zeiten eigentlich keine Gedanken über Absatzmöglichkeiten machen. Und dennoch steht fest: „Wenn es möglich ist, sind wir im nächsten Advent wieder in Herford.“

Denn seit vielen Jahren gehört Günther zum „Inventar“ des Seiffener Kunsthandwerkermarktes in der Markthalle . „Leider musste der ja zuletzt wegen der Pandemie ausfallen. Aber wir würden gerne wieder kommen.“

Die nächsten Monate dürften allerdings ganz im Zeichen des Räuchermännchens, Modell Christian Drosten, stehen. Seit November ist er im Programm der Spielzeugmanufaktur. Die hölzerne Miniatur des Berliner Virologen, der seit Beginn der Pandemie für einen Wissenschaftler ungeahnte Prominenz erlangt hat, raucht bei entsprechender Befeuerung aus dem Kopf, nicht aus dem Mund. Die 26 Zentimeter hohe Figur mit weißem Kittel und zerzaustem Haar steht auf einem stilisierten Corona-Virus. Zudem trägt sie einen Mundschutz. Das kommt so gut an, dass Tino Günther jetzt sogar neues Personal einstellt statt, wie eigentlich geplant, seine sieben festen Mitarbeiter ab Januar in Kurzarbeit zu schicken.

„Das ganze Dorf macht mit, auch eine Friseurin oder Hotelpersonal, das wegen Corona nichts zu tun hat“, sagt Frederic Günther. Sie seien mit der Montage und dem Verpacken des gedrechselten Virologen beschäftigt. Zudem würden zwei bis drei Maschinenarbeiter eingestellt. Hinzu kämen Aufträge für Lieferanten aus der Umgebung, etwa für die Herstellung der Arme oder Filzarbeiten.

„Die Resonanz ist sensationell“, freut sich Tino Günther. Sogar im Ausland hätten Medien über seine Figur berichtet. Die Bestellungen überschritten inzwischen das Umsatzvolumen einer ganzen Weihnachtsmarktsaison. Dabei sind Räuchermänner eigentlich gar nicht Günthers Spezialität: „Ich bin Spielzeugmacher, kein Drechsler.“ Drosten selbst hat sich übrigens noch nicht zu seinem hölzernen Abbild geäußert.

Dem Familienbetrieb beschert er jedoch Arbeit für Monate. Schließlich ist der Räucher-Virologe bislang erst in einer niedrigen dreistelligen Stückzahl hergestellt worden. „So richtig beginnt die Produktion erst“, sagt Günther. Und die Herstellung sei Handarbeit. Eines stehe aber schon fest, verspricht sein Sohn. „Nach Herford bringen wir den Drosten auch mit – wenn noch welche übrig sind.“

 

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