„Jesu Christie“ angeblich nach Streit um Corona-Regeln aus Freikirchen-Bund ausgetreten
Dachverband kritisiert Herforder Gemeinde

Herford (WB) -

Die Gemeinde Jesu Christie ist offenbar bereits in der Vergangenheit negativ aufgefallen. „Die haben sich nicht an Regeln gehalten“, sagt der Vorsitzende des Bundes freikirchlicher Christengemeinden (BFC) „Neuer Weg“, Bischof Dr. Johann Preisel.

Mittwoch, 06.01.2021, 06:00 Uhr aktualisiert: 06.01.2021, 08:12 Uhr
Das Bethaus der Gemeinde Jesu Christie auf dem Homberg in Herford Foto: Moritz Winde

 Dem Dachverband mit Sitz im niedersächsischen Schüttorf gehören nach eigenen Angaben 20 freikirchliche Gemeinden in ganz Deutschland an – in den letzten sieben Jahren auch die Freikirche in Falkendiek „Im Sommer ist die Gemeinde dann ausgetreten. Hauptgrund waren Differenzen zum Thema Corona“, sagt der 63-Jährige, der seit einem Vierteljahrhundert den Verein leitet.

Mehrfach habe man der Gemeinde in Herford signalisiert, dass auch sie sich an die Schutzverordnung zu halten habe. „Wir haben klar und deutlich gesagt, dass Corona keine Spielerei ist und ein großes Risiko für die Gesundheit der Menschen darstellt.“

Die Herforder Gemeinde habe sich aber wohl nicht an die Absprachen halten wollen. Am Samstagabend musste die Polizei einen Gottesdienst mit 156 Teilnehmern auflösen. Es gab laut Kreisverwaltung kein Hygienekonzept, Abstände wurden nicht eingehalten, Masken nicht getragen.

Johann Preisel kritisiert vor allem das Leitungsteam der Gemeinde Jesu Christie. Nach Bekanntwerden des Eklats, der bundesweit für Schlagzeilen sorgte, beraumte er eine Vorstandssitzung ein. Außerdem habe er am Montagmorgen ein Telefonat mit dem Herforder Pastor geführt. „Ich habe ihm gesagt, dass ein solches Verhalten inakzeptabel ist und alle Freikirchen in Misskredit bringt. Genau wie Herfords Bürgermeister erwarte auch ich, dass sich die Gemeinde entschuldigt. Das ist das Mindeste.“

Könnte dieser Vorfall auch personelle Konsequenzen für die deutsch-russische Gemeinde auf dem Homberghof nach sich ziehen? „Dafür ist es zu früh. Das muss die Zeit zeigen. Wichtig wäre es erst einmal, dass die Verantwortlichen einsehen, dass sie einen Fehler gemacht haben.“ Preisel sagt, er habe dem Pastor geraten, sich in der Öffentlichkeit zu erklären.

Die Herforder Freikirche wehrt sich unterdessen gegen die Vorwürfe.

Bischof Dr. Johann Preisel ist Vorsitzender des Bundes freikirchlicher Christengemeinden

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