Kreis bringt Konzept auf den Weg und schreibt Stelle aus
Wer hilft mit beim Klimaschutz?

Herford (HK/bex) -

Corona ist nicht alles, der Klimawandel dürfte langfristig das größere Problem werden – auch für die Menschen im Kreis Herford. Der Kreistag hat deshalb bereits vor mehr als einem Jahr mit breiter Mehrheit beschlossen, sich darauf vorzubereiten.

Dienstag, 05.01.2021, 05:21 Uhr aktualisiert: 05.01.2021, 05:32 Uhr
Die Photovoltaik-Anlage auf der Reesberg-Deponie in Kirchlengern soll jährlich 1,087 Gigawattstunden Energie produzieren. Foto: Kreis Herford

 

„Klimafolgenanpassungskonzept“ heißt das im Verwaltungsdeutsch, das nun, überschattet von der Pandemie, auf den Weg gebracht werden soll. Anders als zahlreiche Kommunen, darunter Herford, wollte die Kreis-Politik damals nicht einfach einen öffentlichkeitswirksamen „Klimanotstand“ ausrufen, sondern das weitere Vorgehen konkret inhaltlich gestalten.

Dazu wird unter anderem im Kreishaus eine neue Stelle geschaffen: „Sachbearbeitung im Bereich Klimafolgenanpassung“ ist sie überschrieben. Bewerbungen werden bis zum 9. Januar angenommen. Neuland ist das alles nicht: Mit Anna-Lena Mügge gibt es bereits eine Klimaschutzmanagerin im Kreishaus. Und seit Anfang Dezember ist eine junge Frau im Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) für den Klimaschutz im Kreis Herford tätig. Nach Ablauf eines Jahres wird die Bufdi-Stelle erneut besetzt werden. Dabei geht es unter anderem um die Gründung und Weiterführung einer Steuerungsgruppe „Fairtrade Kreis Herford“ in Zusammenarbeit mit Fridays For Future, das Sanierungsnetzwerk „AltBauNeu“, aber auch die Entwicklung eigener Projektideen im „European Energy Award“.

Die jetzt neu ausgeschriebenen Vollzeitstelle – zum nächstmöglichen Zeitpunkt unbefristet zu besetzen (Entgeltgruppe 11 TVöD) – soll die Zusammenarbeit von Kreis und Kommunen in Sachen Klima gewährleisten. Der oder die Stelleninhaber/in wird mit den neun Stadt- und Gemeindeverwaltungen das Klimafolgenanpassungskonzept erarbeiten. Ganz konkret geht es etwa um die Begrünung der Städte, maßgeblich aber auch um die Einwerbung von Fördermitteln.

Der Kreis hat sich hehre Ziele gesetzt. So soll etwa der öffentliche Busverkehr schnellstmöglich auf klimafreundliche Antriebstechniken umgestellt werden. „Ziel ist es, bis 2030 die Attraktivität des ÖPNV und Radverkehrs soweit zu steigern, dass die Nutzer ein als gleichwertig gegenüber dem Individualverkehr empfundenes Angebot vorfinden“, hatten es SPD, CDU, Grüne, Linke und Freie Wähler formuliert.

Zudem soll jeder Bürger die Möglichkeit der Teilhabe an der regionalen Strom- und Energieproduktion erhalten (Bürgeranlagen). Beispielhaft ist die im August an Netz gegangene Photovoltaikanlage auf einem stillgelegten Teil der Deponie Reesberg in Kirchlengern, die dritte und größte Anlage der Friedensfördernden Energie-Genossenschaft Herford eG (FEGH), die mit dem Kreis Herford realisiert wurde.

Bei Sanierungen und Neubau kreiseigener Immobilien soll ein Gebäudestandard erreicht werden, der über die aktuellen gesetzlichen Anforderungen hinausgeht. Die Nutzung von Ökostrom sowie der Erwerb von Waldflächen zur Aufforstung gehören ebenfalls zum Kreis-Konzept.

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