Nach dem Wegfall des Weihnachtslichtes: Familie Sohr mietet kleines Geschäft am Gehrenberg an
Kein Advent ohne Kunsthandwerk

Herford (WB) -

Die einen verbringen ihren Urlaub gerne in fernen Ländern, die anderen lieben das Vertraute. Und es gibt Menschen wie Michael Sohr, die einen Teil ihres Urlaubs an einem adventlichen Kunsthandwerkerstand in der Herforder Innenstadt verbringen. Diesmal hat die Familie Sohr ein kleines Geschäfts am Gehrenberg angemietet.

Dienstag, 08.12.2020, 05:45 Uhr aktualisiert: 08.12.2020, 09:52 Uhr
Es lebe das Glücksschwein! Michael und Kimberly Sohr in dem Geschäft am Gehrenberg. Jeder Kunde bekommt einen Einkaufskorb. Foto: Hartmut Horstmann

Die einen verbringen ihren Urlaub gerne in fernen Ländern, die anderen lieben das Vertraute. Und es gibt Menschen wie Michael Sohr, die einen Teil ihres Urlaubs an einem adventlichen Kunsthandwerkerstand in der Herforder Innenstadt verbringen. Diesmal hat die Familie Sohr ein kleines Geschäfts am Gehrenberg angemietet.

Coronabedingt fällt das traditionelle Weihnachtslicht samt Kunsthandwerkermarkt in diesem Jahr aus. Und weil offen war, ob es zumindest einzelne Stände in der Innenstadt geben darf, hat sich Michael Sohr um ein Ladengeschäft bemüht: „Schließlich sind wir seit zehn Jahren mit einem Stand an der Münsterkirche dabei. Und wir haben daher eine Menge Stammkunden.“

Wir – das ist die Familie Stohr, die sich in dem Laden abwechselt. Für den 42-jährigen Michael Sohr ist dieses nebenberufliche Tun längst Teil der Adventszeit und damit der Einstimmung aufs Weihnachtsfest geworden. Von der Baumscheibe, deren Konturen an einen Tannenbaum erinnern, bis zum Räuchermännchen reicht sein Spektrum – wobei er einen Teil seiner Artikel selbst angefertigt hat.

Auch seine Tochter Kimberly ist dabei. Die 18-Jährige, die im kommenden Jahr am Friedrichs-Gymnasium Abitur macht, sagt: „Seit meiner Kindheit machen meine Eltern das. Daher gehört es auch für mich zur Vorweihnachtszeit dazu.“

Bis zum Heiligabend ist das kleine Geschäft, in dem drei Kunden gemäß der aktuellen Verordnung Platz finden, bis auf den Sonntag an jedem Tag geöffnet. Etwas Hoffnung hatte die Familie in die Pro Herford gesetzt, die die Möglichkeit von einzelnen Ständen, die über die Stadt verteilt sind, erwogen hatte. Das Konzept gebe es nach wie vor, sagt Pro-Herford-Geschäftsführer Frank Hölscher – und verweist auf die aktuelle Corona-Situation. In enger Abstimmung mit der Ordnungsbehörde und dem Gesundheitsamt habe man sich entschieden, das Ganze in diesem Jahr sehr reduziert anzugehen. Dies sei keine Sache des Wollens, sondern einer Abwägung: „Wir wissen, dass etwas Atmosphärisches der Stadt guttut.“ Gleichzeitig gilt es zu verhindern, dass zu viele Menschen zusammenkommen.

Aus dem Gesamtkonzept wurde so nichts, weil die Verordnungen des Landes es nicht zulassen. Auch Einzelgenehmigungen würden nicht ausgesprochen, sagt Petra Stender (Ordnungsbehörde). Im öffentlichen Raum werde es keine Buden geben.

Die aktuelle Regelung gelte erst einmal bis zum 20. Dezember. Doch geht Petra Stender nicht davon aus, dass sich danach etwas lockert: „Das ist sehr unwahrscheinlich. Schauen Sie sich die Entwicklung an!“

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