Westfalen Weser Netz zur Archimedes-Pleite
„Rechnungen waren zu hoch“

Die insolvente Archimedes Facility-Management GmbH (AFM) soll der Westfalen Weser Netz GmH (WWN) entgegen der vertraglichen Vereinbarung Mitarbeiter zu 100 Prozent in Rechnung gestellt haben, obwohl die überwiegend oder - nach Angaben der AFM – in Einzelfällen sogar bis zu hundert Prozent für andere Kunden der AFM tätig gewesen seien.

Freitag, 04.12.2020, 05:09 Uhr
Die Westfalen Weser Netz GmbH wirft Archimedes vor, überhöhte Rechnungen ausgestellt zu haben. Foto: Moritz Winde

Im Bericht über die Insolvenz hatte der AFM-Geschäftsführer der WWN vorgeworfen, durch die Kündigung des Vertrages maßgeblich zur absehbaren Schieflage der AFM beigetragen zu haben. In einer Stellungnahme entgegnet die WWN, schon seit 2017 mehr Transparenz von der AFM bei ihrer Rechnungsstellung eingefordert zu haben. Damals habe die WWN auch eine mögliche, aber nicht wünschenswerte Vertrags-Kündigung in den Raum gestellt.

In den seitdem geführten Verhandlungen habe die AFM jedoch sämtliche Kompromissangebote der WWN für einen Übergang zu mehr Transparenz abgelehnt. Die WWN habe daraufhin den Vertrag mit der AFM im Mai 2020 außerordentlich gekündigt. Dabei sei der AFM eine Übergangsfrist angeboten worden, um insbesondere mit Blick auf die betroffenen Mitarbeiter einen geregelten Übergang sicherzustellen.

Auch diese Übergangsfrist habe die AFM abgelehnt. Die Mitarbeiter der AFM, die einen Rückkehranspruch zur WWN hatten, seien so schnell wie möglich im vergangenen Oktober von der WWN übernommen worden.

Eine transparente Rechnungsstellung sei für die WWN als Unternehmen der öffentlichen Hand unabdingbar. Aufgrund der kostenbasierten Abrechnung des Dienstleistungsvertrages habe die AFM Personalkosten nur in dem Umfang gegenüber WWN in Rechnung stellen dürfen, in dem die Mitarbeiter auch tatsächlich für die WWN tätig gewesen seien. Der Verdacht, dass durch die intransparente Rechnungsstellung seitens der AFM überhöhte Rechnungen an die WWN gestellt worden seien, habe sich durch die im Rahmen der in jüngster Zeit zwischen WWN und AFM über Rechtsanwälte geführten Gespräche leider verfestigt.

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