Stadtsportverband Herford reagiert auf Bericht vom 26. November
Zu wenig Schwimmzeiten

Herford WB -

Vereine klagen über zu wenig Schwimmzeiten, Sozialpolitiker fordern mehr Schwimm-Unterricht für Kita-Kinder. Und der Leiter der Freizeiteinrichtungen der Stadtwerke, Markus Diering, kann nur darauf verweisen, dass seine Mannschaft alles tue, um die Wünsche der Vereine so gut es eben geht zu erfüllen.

Donnerstag, 03.12.2020, 05:29 Uhr
Obwohl Herford über zwei Freibäder und ein Freizeitbad verfügt, fehlen den Vereinen Schwimmzeiten. Foto: Sina Schuldt/dpa

Die Corona-Pandemie hat ein seit langem bestehendes Problem noch verschärft. Obwohl Herford über zwei Freibäder und ein Freizeitbad verfügt, reichen die angebotenen Schwimmzeiten nicht aus.

Jetzt hat der Stadtsportverband Herford (SSV) auf eine Berichterstattung im HERFORDER KREISBLATT vom 26. November reagiert. In dem Artikel kritisierten Heidi Hetz (Die Grünen) und Ingrid Wolff (Die Linke), dass es zu wenig Schwimmkurse für Kita-Kinder gebe.

In einer Stellungnahme des SSV heißt es: „Aus Sicht des Sports, insbesondere von Seiten der Wassersportvereine, kommt die Diskussion um die Schwimmfähigkeit von Kindern nicht überraschend. Seit längerer Zeit ist bekannt, dass die zur Verfügung stehenden Wasserflächen in Herford nicht alle Bedarfe decken.“

In der Coronazeit hätten sich die Kapazitätsprobleme aufgrund von geänderter Maximalbelegung pro Schwimmbahn verschärft. Dadurch seien die engagierten Herforder Schwimmvereine extrem betroffen.

„Die aktuelle Situation hinsichtlich des Schwimmens sieht so aus, dass in fast jeder Grundschulklasse mehrere Nichtschwimmer sind und selbst in weiterführenden Schulen längst nicht alle Kinder sicher schwimmen können“, schreibt SSV-Geschäftsführer Julian Schütz.

Möglichst alle Kita-Kinder zu Schwimmern zu machen, sei ein gleichermaßen wünschenswertes wie aber auch idealistisches Ziel. In Herford wäre es schon ein Erfolg, wenn in den Grundschulen alle Kinder frühzeitig Grundfertigkeiten beherrschen würden. Parallel könnten womöglich erste Kooperationen zwischen Kitas und Schwimmvereinen aufgebaut werden.

Birthe Johanning (Schulsportbeauftragte beim SSV) führt dazu aus: „Bei etwa 40 Kindertagesstätten in Herford ist der Weg zum im Jugendhilfeausschuss diskutierten Ziel mit einem immensen Aufwand verbunden. Zunächst müssen ausreichend Wasserzeiten zur Verfügung stehen, damit alle Kitas beispielsweise im halbjährlichen Wechsel eine Stunde wöchentlich ins Wasser können.“

Dazu müsse laut Johanning auch geschultes Personal zur Verfügung stehen und bezahlt werden. Angemerkt werden müsse, dass die Wasserzeiten in und um Herford zuletzt rückläufig waren, weil das Wärmebecken im Klinikum und das Schwimmbecken der Eickhofschule weggefallen sind.

Trotz der vielen Fragezeichen sei der Vereinssport jederzeit zu Gesprächen bereit, um die Ziele konstruktiv anzugehen. In der vom Sportausschuss beschlossenen Sportentwicklungsplanung wurde dem Themengebiet Schwimmen ein eigener Schwerpunkt gewidmet, um die Bedeutung für den Sport und die Allgemeinheit hervorzuheben. Zusätzliche Aufmerksamkeit wurde dem Thema zuletzt zuteil, weil eine Überdachung des Schwimmbads Im Kleinen Felde ins Gespräch kam.

„Der Bedarf an zusätzlichen Wasserzeiten ist seit gefühlten Ewigkeiten Thema in Verwaltung, Politik, Öffentlichkeit und Sport. Er betrifft den Vereinssport in seiner extrem wichtigen sozialen Funktion als Unterstützer bei der Vermittlung der Schwimmfähigkeit. Gleichzeitig ist allen Akteuren bewusst, dass eine Erweiterung der Kapazitäten hohe Kosten mit sich bringt,“ schreibt Schütz.

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