Weiter Ärger über Schrottimmobilie in der Herforder Innenstadt – Investor bricht Abriss-Versprechen
Ilsemann steht noch immer

Herford (WB) -

Mehrfach war der Abriss angekündigt worden, passiert ist bislang aber rein gar nichts. Die ehemalige Foto-Ilsemann-Drogerie in der Herforder Innenstadt gammelt weiter vor sich hin. Und das wird sich so schnell wohl nicht ändern

Donnerstag, 03.12.2020, 05:39 Uhr aktualisiert: 03.12.2020, 09:40 Uhr
Kein schöner Anblick: Die ehemalige Foto-Drogerie ist zur Schrottimmobilie verkommen. Foto: Moritz Winde

Anwohner Klaus-Peter Michalk – er blickt von seiner Terrasse direkt auf den Schandfleck – ist genervt. Der 72-Jährige hat die Hoffnung auf eine zügige Beseitigung der Schrottimmobilie begraben. „Was sollen wir bloß machen?“, fragt er und macht nicht nur dem Eigentümer, sondern auch der Verwaltung Vorwürfe.

Die Stadt hat zwar keine rechtliche Handhabe, solange die Verkehrssicherheit nicht gefährdet ist – und das ist hier laut Behörde nicht der Fall. Aber: Bürgermeister Tim Kähler hatte Ende Juli bei einem pressewirksamen Ortstermin das Versprechen des Investors an die aufgebrachten Anwohner weitergegeben, das marode Haus in der Lessingstraße werde noch 2020 abgerissen. „Das war aber vor der Wahl. Was dieses Versprechen wert ist, sehen wir jetzt“, bedauert Michalk.

Er sei enttäuscht, dass ein Gebäude in dieser zentralen Lage derart verfalle. Der Rentner beobachte regelmäßig ungebetene Gäste, die das verwahrloste Gebäude als nächtlichen Unterschlupf nutzten. Der Müll innerhalb der beschmierten Mauern und eingeschlagenen Scheiben lockten Ratten und anderes Ungeziefer an. Und unschön sei der Anblick ja ohnehin allemal.

Doch damit werden sich Michalk und seine Nachbarn erstmal weiter abfinden müssen. Manuel N. Ersay, der die Immobilie in Top-Lage vor zweieinhalb Jahren von der Lebenshilfe gekauft hatte, wollte eigentlich im Herbst Baupläne für ein Ärztehaus samt Wohnungen im Rathaus abzugeben. „Bislang liegt uns aber nichts vor, was mich wundert“, gibt Bauamtschef Peter Böhm zu. Schließlich war im Sommer noch von konstruktiven Gesprächen zwischen Verwaltung und Investor die Rede gewesen.

Bürgermeister Tim Kähler ist deshalb verstimmt: „Wir haben uns auf Herrn Ersay verlassen. Er hatte mehrfach zugesagt, Entwürfe einzureichen. Es ist schade und ärgerlich, dass er sein Wort nicht gehalten hat.“ Der Bürgermeister kündigt an, noch einmal den Kontakt suchen zu wollen und Druck zu machen.

Manuel N. Ersay sagt, man arbeite noch an den Planungen. Wann mit einem Abriss zu rechnen sei, lässt er offen, deutet aber an, es damit nicht eilig zu haben. Bevor der Bielefelder den Auftrag zum Abbruch vergibt, will er vermutlich erst die Baugenehmigung in der Tasche haben – eine übliche Vorgehensweise in der Branche. Einen Verkauf schließe er aus.

Übrigens: Ersay hatte vor Jahren das einstige Hotel Königshof in Bad Oeynhausen erworben. Auch dafür gibt es bislang kein schlüssiges Konzept.

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