Edeka-Markt an der Ernstmeierstraße hatte am Samstag letztmalig geöffnet – ab Montag startet der Shuttleverkehr
Schnäppchenjäger bei Markt-Schließung in Herford

Herford (WB) -

Zum letzten Mal hat der Edeka-Markt an der Ernstmeierstraße am Samstag seine Türen zum Einkauf geöffnet. „Alles muss raus! 50 Prozent Rabatt“ verkündete ein Plakat am Eingang. Schon vor 8 Uhr hatten sich die ersten Kunden mit Einkaufswagen vor dem Markt postiert.

Montag, 30.11.2020, 05:39 Uhr aktualisiert: 30.11.2020, 08:42 Uhr
Sanna (links) und Sabrina Mentwich sind im Edeka-Markt an der Ernstmeierstraße auf Schnäppchenjagd gegangen. Die beiden freuen sich zwar über satte Rabatte, bedauern aber die Schließung des Einzelhandels, der ihr Nahversorger war, sehr. Foto: DANIELA DEMBERT

„Wir haben bewusst im Vorfeld nicht mit hohen Rabatten geworben, um den Coronamaßnahmen gerecht werden zu können und große Menschenaufläufe zu verhindern“, sagte André Grube, der als kommissarischer Marktleiter mit der Abwicklung der Schließung betraut war.

„Schade, dass heute eher Schnäppchenjäger unterwegs sind als unsere Stammkunden. Gerade die Älteren meiden natürlich heute den Ansturm. Wir hätten uns sehr gerne von ihnen verabschiedet“, sagt Susanne Liesegang, langjährige Mitarbeiterin.

Die Bindung zwischen Kunden und Mitarbeitern, die teils seit 30 Jahren im Markt gearbeitet haben, sei ein besonderes Merkmal dieses Standortes, das ist auch André Grube in seiner erst vierwöchigen Zeit in der Ernstmeierstraße aufgefallen. „Es geht hier nicht nur um das Einkaufen, sondern um die Begegnung, den kleinen Klön“, sagt er.

Das können auch die Kundinnen Sanna und Sabrina Mentwich bestätigen. Das Mutter-Tochter-Duo wohnt im Quartier und bedauert die Schließung. „Der Laden war für viele Menschen fußläufig erreichbar. Jeden Mittwoch hat sich hier eine Rentnergruppe zum Kaffeetrinken getroffen. Für den Bezirk ist das ein großer Verlust“, sind sie sich einig.

Die Mentwichs sind noch einmal gekommen, um das Rabattangebot wahrzunehmen und sich mit haltbaren Lebensmitteln und Backartikeln für die „Weihnachtsbäckerei“ zu bevorraten.

Schon in den vergangenen Tagen hatten sich manche Regale merklich geleert. „Frische Lebensmittel haben wir natürlich weiterhin geordert, um die Versorgung unserer Kunden adäquat zu sichern“, sagt Grube, aber im Nonfood-Bereich sei schon seit Wochen abgebaut worden.

Neben Lebensmitteln des täglichen Bedarfs wurden die Rabatte mit Blick auf das anstehende Weihnachtsfest vor allem im Bereich der Spirituosen und Süßwaren gern von den Käufern wahrgenommen.

Ab diesem Montag beginnt der von der Edeka eingerichtete Shuttleservice, der die Kunden zweimal wöchentlich mit dem Bus zu den nächstgelegenen Einkaufsmöglichkeiten fährt. Wie lange dieser Service angeboten werden soll, hinge davon ab, wie stark er von den Anwohnern genutzt werde, erklärte Grube.

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