Bilanz einer großen Kontrollaktion – Fahrer mit Tempo 120 auf der Straße Auf der Freiheit erwischt
Herforder Polizei winkt Autofahrer raus

Herford WB -

Das war eine böse Überraschung für den einen oder anderen Autofahrer: Bei einer groß angelegten Verkehrskontrolle hat die Polizei am Freitagabend etwa 500 Fahrzeuge gestoppt. Dabei erwischten sie einen Raser mit Tempo 120 auf der Straße Auf der Freiheit. Einige Fahrer standen unter Drogeneinfluss.

Montag, 30.11.2020, 05:09 Uhr
Arbeitsteilig lotsen die Beamten die Pkw – einen nach dem anderen – an den Straßenrand, um sie zu kontrollieren. Foto: Gohrbandt

Erste Station: Elverdisser Straße, Höhe Fußballplatz, 18 Uhr. Mit Laser-Messgeräten beobachten die Polizisten den Verkehr in beide Richtungen. Wer auffällig fährt, wird herausgewunken. Noch aber dürfen die meisten Autos passieren.

Nach kurzer Zeit bricht das Kommando ab, Streife fahren in den Industriegebieten steht auf dem Plan, man teilt sich auf. „Wenn wir unsere mobilen Kontrollen aufbauen, verbreitet sich das schnell in den sozialen Netzwerken, deshalb bleiben wir nicht lange an einer Stelle,“ erklärt Einsatzleiter Volker Russ.

Zweite Station: Bünder Straße, Diskothek „X“, 21.30 Uhr. Ein Polizei-Bulli steht quer auf der Straße, alle passierenden Autos werden auf den Parkplatz vor der Diskothek gelenkt. Ein weiteres Polizei-Fahrzeug ist mit besonderer Technik ausgestattet und besitzt neben Kommunikationsanlagen auch ein Dokumentenprüfgerät sowie einen Computer zur „Fast-ID“ mit Fingerabdruckscanner. „Damit können wir schnell die Personalien bestimmen, sollte jemand keine Papiere dabeihaben“, sagt Russ.

Letzte Station: Berliner Straße, 23.30 Uhr. Die vierspurige Hauptstraße wird komplett gesperrt, die Parkplätze an der Seite dienen als Kontrollbuchten. Nach und nach spricht sich im großen Polizeiteam herum, was die Kontrollen ergeben haben: Sechs zumeist junge Fahrer wurden positiv auf Metamphetamine getestet, ein nächster geht den Beamten kurz darauf ins Netz, er fuhr seinen Pkw unter dem Einfluss von Cannabis.

Einsatzleiter Russ zieht Bilanz: „Ich bin überrascht, wie viele Drogentests positiv waren. Eine Fahrerin besaß keine Fahrerlaubnis, einen weiteren haben wir Auf der Freiheit mit Tempo 120 gestoppt.“

Zum Hintergrund: Die Polizei wollte Präsenz zeigen und sich ein Bild davon verschaffen, wer in Zeiten, in denen die Restaurants geschlossen sind, im Dunkeln so unterwegs ist.

Normalerweise nehmen Einbrüche in privaten Haushalten in den Wintermonaten zu. Gauner spekulieren auf reichere Beute in der Weihnachtszeit. Es wird früher dunkel und viele Leute sind abends noch in der Innenstadt – perfekte Voraussetzungen für Diebe.

Doch wie so vieles in Corona-Zeiten ist die Einbruchsstatistik nicht wie immer. „Die Menschen sind viel mehr zuhause“, weiß Hauptkommissar Russ.

Weniger Wohnungseinbrüche würden aber auch dazu führen, dass sich Einbrüche in Industrieanlagen, Firmen und Gaststätten im Moment häufen. „Außerdem fühlen sich Anwohner der Innenstadt zunehmend unwohl, wenn es dunkel wird, denn es sind viel weniger Menschen als üblich unterwegs“, sagt Russ.

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