SWK hat von März bis Oktober 620 Tonnen mehr Abfall abgeholt – mögliche Auswirkungen auf Gebühren
Pandemie füllt die Mülltonnen

Herford (HK/bex) -

In Corona-Zeiten produzieren die Herforder deutlich mehr Müll. Die SWK hat von März bis Oktober bislang 620 Tonnen mehr abgeholt als in den Vorjahren.

Freitag, 27.11.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 27.11.2020, 06:02 Uhr
Die 22 Müllwerker der SWK haben in Corona-Zeiten mehr zu stemmen als in den Jahren davor. Die Mülltonnen sind deutlich voller. Foto: Moritz Winde

Das Coronavirus führt zum Lockdown, der wiederum schränkt die Freizeitmöglichkeiten ein und beschränkt den Radius aufs häusliche Umfeld. „Und seitdem steigen die Müllmengen“, sagt SWK-Chef Wolfgang Rullkötter. Die Menschen würden die Zeit offenbar nutzen, um Keller, Dachboden oder Garage auszumisten oder den Garten auf Vordermann zu bringen. Der eingeschränkte Betrieb von Restaurants führe wohl auch zur mehr Restmüll im Gelben Sack.

Das städtische Unternehmen, das für die Müllentsorgung in Herford zuständig ist, hat jetzt aufgelistet, um welche Menge der Müllberg gewachsen ist. „Wir haben die Entwicklung für den Zeitraum von März bis Oktober 2020 ausgewertet und mit dem Mittelwert des gleichen Zeitraumes der Jahre 2015 bis 2019 abgeglichen“ erläutert Rullkötter. Demnach stieg die Restmüllmenge um 5,2 Prozent oder etwa 400 Tonnen, der Bioabfall um 3,4 Prozent oder 130 Tonnen, die Menge der Leichtverpackungen (Gelber Sack) um 6 Prozent oder 58 Tonnen und der Sperrmüll um 2 Prozent oder 32 Tonnen.

Nicht berücksichtigt in der Statistik ist der Abfall, den die Herforder am Wertstoffhof an der Goebenstraße abgeben – abgesehen vom Sperrmüll, der auf Wunsch abgeholt, aber auch bei der SWK abgegeben werden kann. „Am Wertstoff haben wir oft lange Warteschlange, vor allem am Freitagnachmittag und Samstag ist der Andrang enorm“, erklärt Rullkötter. Wegen Corona gelte allerdings eine Zugangsbegrenzung, eine Terminvergabe sei jedoch nicht erforderlich.

Und was bedeutet der wachsende Müllberg für die Gebühren? „Eine dauerhaft steigende Abfallmenge könnte Auswirkungen haben. Aber dazu kann man jetzt noch nichts sagen, das ist noch viel zu früh.“ Das steigende Aufkommen werde erst im nächsten Jahr bei der Gebührenkalkulation eine Rolle spielen. „Und das wäre dann erst für 2022 wirksam“, sagt der SWK-Chef. In die Kalkulation schlügen neben den Kosten für die Müllsammlung der Aufwand für den Transport und die Entsorgung zu Buche. So wird der Biomüll zur Kompostierungsanalge der Firma Kompotec nach Enger gebracht, der Hausmüll zur Verbrennungsanlage nach Bielefeld-Heepen. Eine Tonne schlage hier jeweils mit etwa 80 Euro zu Buche. Die Leichtverpackungen aus dem Gelben Sack werden zur Sortieranlage nach Porta Westfalica transportiert. Was nicht verwendbar ist, kommt dann wieder zur Verbrennung in die MVA nach Heepen. In Herford fallen bislang zwischen 11.000 und 12.000 Tonnen Hausmüll pro Jahr an.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7696270?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F
Unbekannte setzen Puppe aufs Gleis
Eine Puppe haben Unbekannte in Marsberg auf die Bahngleise gesetzt. Ein Zug der Linie RE17, die von Warburg nach Meschede fährt, überrollte die Puppe.
Nachrichten-Ticker