Jochen Kolkmann gibt nach 50 Jahren den Vorsitz im Ski-Club Herford ab
Nachtskilanglauf am Homberg

Herford WB -

„Ihr werdet mir recht geben, unser Club war schon etwas Außergewöhnliches“. Mit diesen Worten verabschiedet sich Jochen Kolkmann (82) nach 50 Jahren als Vorsitzender des Ski-Clubs Herford.

Mittwoch, 25.11.2020, 05:05 Uhr aktualisiert: 25.11.2020, 05:11 Uhr
Die Clubmeisterschaften des Ski-Clubs Herford im Februar 1970. Allein schon wegen seiner Körpergröße von 1,94 Metern ist Jochen Kolkmann (4. von rechts) gut zu erkennen. Foto: Skiclub Herford

 

Mit seinem Ausscheiden als Vorsitzender endet auch der Verein Ski-Club, dessen Anfänge bis ins Jahr 1926 zurückgehen. Als Freundeskreis will die Runde, die sich in der Vor-Coronazeit einmal im Monat getroffen hat, weitermachen.

Im Rückblick auf fünf Jahrzehnte nennt Jochen Kolkmann als Höhepunkt einen Staffellauf, der 1978 von der Niederländischen Grenze bis zur damaligen Grenze der DDR geführt hat. Die Erwähnung macht schon deutlich, dass im Ski-Club nicht immer nur Ski gefahren wurde. „Wir hatten das ganze Jahr über Programm und die Vorschläge kamen immer aus der Mitte der Mitglieder“, sagt Kolkmann.

Seit 1926 gehörte der Ski-Club als Abteilung zum Tennis Club Herford. Ab 1967 firmierten die Skifreunde dann als eigenständiger Verein als Ski-Club Herford. Seit der ersten Stunde mit dabei: Jochen Kolkmann. Zunächst als Kassenwart und zweiter Vorsitzender, ab 1970 dann als 1. Vorsitzender. „Meine Vorgänger waren mit Dr. Rudolf Neyer von der privaten Frauenklinik am Lübbertorwall und Dr. Rainer Pape als Obermuseumsrat ja bereits bekannte Persönlichkeiten in Herford“, erinnert Kolkmann an die Anfänge.

In den 1970er Jahren ging es häufig zum Ski fahren ins Sauerland oder in den Harz. „Ski fahren war teuer. Damit möglichst viele mitfahren konnten, haben wir Ziele angesteuert, die nicht so weit weg lagen. Außerdem war das Gros der Teilnehmer an Langlauf interessiert“, sagt Kolkmann. Auf Anregung von Dr. Pape traf sich der Club über 40 Jahre zum alpinen Skilauf am Reschenpass (Gebirgspass zwischen Österreich und Italien).

In den fünf Jahrzehnten gab es einige Winter, in denen die Langlaufskier auch vor der eigenen Haustür zum Einsatz kamen. „1987 hatten wir so einen Winter. Da haben wir mit 100 Teilnehmern am Homberg einen Nachtskilanglauf mit Fackeln organisiert. Im Februar 1991 waren die Schneeverhältnisse in und um Herford so gut, dass 1000 Langläufer auf dem Golfplatz in Exter in den Loipen unterwegs waren.“

Weil der Zusammenhalt unter den Ski-Club-Mitgliedern immer groß gewesen sei, habe man auch viel in den Sommermonaten unternommen. „Es wurden Fahrten über mehrere Tage organisiert, bei denen wir Städte besichtigt und Museen besucht haben“, erinnert sich Kolkmann. In Herford sind er und seine Frau auch dadurch bekannt, dass sie über Jahrzehnte das Porzellangeschäft Frieling geführt haben.

Vor Ausbruch der Corona-Pandemie waren es im Durchschnitt noch so 25 Mitglieder, die sich einmal im Monat zusammengesetzt haben. Weil ein geplantes Treffen aufgrund der Pandemie bislang nicht stattfinden konnte, hat sich der Verein noch nicht aufgelöst. Das soll aber in den kommenden Wochen geschehen. „Ich hoffe, diese lange Freundschaft wird uns in anderer Form erhalten bleiben. Mit einer kleinen Träne sage ich nochmals Danke“, verabschiedet sich Jochen Kolkmann in einem Brief von seinen Mitgliedern.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7692648?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F
Forderungen nach Lockdown-Ende Mitte Februar werden lauter
Bundeskanzlerin Merkel und die Regierungschefs der Länder haben bislang eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 14. Februar beschlossen.
Nachrichten-Ticker