Bündnis „Vlothoer Straße“ kritisiert Pläne der Stadtverwaltung
Naturschützer in Herford fordern Bau der Fahrradstraße

Herford (WB) -

Beim geplanten Umbau der Vlothoer Straße setzt die Stadtverwaltung die falschen Prioritäten. Zu diesem Urteil gelangt das Bündnis „Vlothoer Straße – Fahrradstraße jetzt“. Dem Bündnis gehören der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Ortsgruppe Herford, der ADFC, Fridays for future und „Parents 4 Future Herford“ an.

Dienstag, 24.11.2020, 05:20 Uhr aktualisiert: 24.11.2020, 10:54 Uhr
Das Bündnis „Vlothoer Straße – Fahrradstraße jetzt“ will, dass der Umbau zur Fahrradstraße zügig umgesetzt wird. Foto: Moritz Winde

Die Naturschützer kritisieren die Vorlage zur Vlothoer Straße, die in der Sitzung des Bauausschusses am 26. November beraten werden soll. Die Ausschussmitglieder sollen am Donnerstag die Errichtung eines Fuß- und Radweges entlang der Vlothoer Straße beschließen. Dabei gibt es einen Ratsbeschluss, der zunächst die probeweise Einrichtung einer Fahrradstraße vorsieht. Bei einer Fahrradstraße dürfen Radfahrer nebeneinander fahren, auch dann, wenn hinter ihnen ein Auto fährt. Auf Fahrradstraßen ist der Autoverkehr nur mit dem Hinweis „Anlieger frei“ zugelassen.

„Solange die Fahrradstraße nicht probeweise getestet wurde, wie es im Rat im Dezember 2019 beschlossen wurde, macht es keinen Sinn, einen kombinierten Fuß- und Radweg zu planen“, heißt es in dem Schreiben, das von Bernd Meier-Lammering (BUND) unterzeichnet ist.

Die Argumentation der Bauverwaltung sieht anders aus und ist nach den Worten von Baudezernent Dr. Peter Böhm auch kein Widerspruch. „Wir wollen jetzt den Beschluss für den Fuß- und Radweg, um uns die Fördergelder zu sichern. Sollte die Fahrradstraße nach dem Probebetrieb bleiben, benötigen wir außerdem aber noch einen breiten Gehweg. Auch, weil es durch die Fertigstellung der drei Studentenhäuser an der Vlothoer Straße deutlich mehr Betrieb zwischen den beiden Kasernen geben wird“, erklärt Böhm.

Mit dem Antrag auf Städtebauförderung aus dem Programm „Wachstum und nachhaltige Entwicklung“ erhofft sich die Stadt eine Förderung von 70 Prozent von Bund und Land. Die Gesamtkosten werden mit 450.000 Euro beziffert. Bei einem Eigenanteil von 30 Prozent müsste die Stadt also 135.000 Euro aufbringen.

Das Bündnis „Vlothoer Straße“ betont, „wenn sich die Fahrradstraße in der Praxis bewährt, wäre der Radweg überflüssig. Insofern torpediert die Verwaltungsvorlage den aktuellen Ratsbeschluss“. Die Mitglieder des Bauausschusses fordert Meier-Lammering auf: „Stimmen Sie gegen die Vorlage.“ Am Beispiel der Vlothoer Straße könne die Stadt Herford zeigen, dass sie es mit dem Klimanotstand ernst meine.

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