Erste Opfer an Nordsee – Veterinäramt Herford wartet Lage ab
Kreis warnt vor der Vogelgrippe

Herford (HK/rec). Alle zwei Jahre bricht die Geflügelpest oder Vogelgrippe über den Kreis Herford herein. Nach 2016 und 2018 warnt das Kreisveterinäramt jetzt erneut vor der „hochpathogenen aviären Influenza“, deren erste Opfer an der Nordsee gefunden wurden.

Donnerstag, 12.11.2020, 16:25 Uhr aktualisiert: 12.11.2020, 16:30 Uhr
Trübe Aussichten. Sollte das Vogelgrippevirus auch in den Kreis Herford eindringen, werden mehr als 70.000 Hühner, Hähnchen, Puten, Gänse und gezüchtete Vogelarten im Kreis Herford in Quarantäne geschickt. Foto: dpa

In den besonders betroffenen Bundesländern Schleswig-Holstein und Mecklenburg Vorpommern wurde bereits eine Stallpflicht für Geflügel angeordnet. In Nordrhein-Westfalen haben sich die Sachverständigen der Veterinärämter und des Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MULNV) über die aktuelle Lage ausgetauscht. Im Ergebnis soll in NRW und damit auch im Kreis Herford die weitere Entwicklung zunächst beobachtet werden, bevor lageabhängig weitere Maßnahmen zu ergreifen sind.

Das Veterinäramt des Kreises Herford bittet alle Geflügelhalter besonders wachsam zu sein und noch mehr Augenmerk auf die Biosicherheit in ihren Beständen zu legen. Im Kreis Herford sind das nach Angaben des Amtes 1000 Halter, dazu zählen auch Hobbyzüchter mit vielleicht nur drei Tieren. Insgesamt sind beim Kreisveterinäramt 70.000 Tiere registriert. Dazu zählen auch 36.000 Hühner oder Hähnchen in landwirtschaftlichen Betrieben.

Insbesondere sind dem Amt zufolge grundsätzlich folgende Schutzmaßnahmen zu beachten:

• Kleinst- und Hobbyhaltungen sind, sofern noch nicht geschehen, bei der Tierseuchenkasse NRW zu registrieren.• Geflügel darf nur an Stellen gefüttert werden, die für Wildvögel nicht zugänglich sind. • Die Tiere dürfen nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem Wildvögel Zugang haben. • Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen Geflügel in Berührung kommen kann, sind für Wildvögel unzugänglich aufzubewahren.

Dr. Tanja Hochstetter, Leiterin des Veterinäramtes, appelliert: „Behalten Sie Ihre Tiere genau im Blick! Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Geflügelpest - die so genannte Inkubationszeit - vergehen nur einige Stunden bis wenige Tage. Hühner und Puten erkranken besonders schwer - innerhalb weniger Tage können alle Tiere eines Bestandes sterben.“

Bei folgenden Symptomen sei rechtzeitig eine Tierarztpraxis hinzuzuziehen: Hohes Fieber, Atemnot, Ausfluss aus Augen und Schnabel, ein stumpfes, gesträubtes Federkleid, zentralnervöse Störungen, verminderte Legeleistung und plötzliche Todesfälle.

Hochstetter: „Halter von Freilandgeflügel sollten sich bereits jetzt Gedanken über Aufstallungsmöglichkeiten machen, da bei einer Verschärfung der Gefahrenlage auch im Kreis Herford mit einer Stallpflicht mindestens für das Risikogebiet am Weserbogen in Vlotho zu rechnen ist. Der Fluss ist an dieser Stelle ein Anziehungspunkt für Wild- und Zugvögel.“ Für Menschen sei das Virus ungefährlich.

Alle Bürger werden gebeten, tot aufgefundene Wasser- und Greifvögel zu melden. Diese Vogelarten gelten als Indikatortiere für die Tierseuche und werden zur Früherkennung labordiagnostisch auf das Virus untersucht.

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