Warum das H2O trotz Lockdown nicht ganz herunterfahren werden darf
Bad ohne Gäste

Herford (WB). Dieses Mal hatte das Team des Freizeitbades H2O mehr Zeit, um sich auf die zweite Schließung vorzubereiten. Coronabedingt hat das beliebte Spaßbad seit dem 2. November erneut für die Allgemeinheit geschlossen. Lediglich der Schulsport findet unter Hygieneauflagen statt. Dort, wo sich ansonsten mehr als 500.000 Besucher im Jahr tummeln, herrscht derzeit geradezu gespenstische Stille.

Mittwoch, 11.11.2020, 05:45 Uhr aktualisiert: 11.11.2020, 05:50 Uhr
Seit dem 2. November ist das H2O geschlossen. Lediglich der Schulsport findet derzeit statt. Das Team um Betriebsleiter Markus Diering hofft auf eine Wiedereröffnung Anfang Dezember. Foto: Ralf Meistes

„Wir haben aus dem ersten Lockdown im März gelernt“, sagt Markus Diering, Leiter der Freizeiteinrichtungen bei den Stadtwerken. Damals, am 12. März, musste das Freizeitbad aufgrund der Corona-Pandemie von jetzt auf gleich schließen. Die Temperatur in dem dann leeren Bad wurde heruntergefahren, die sonst übliche Luftfeuchtigkeit war durch den Stillstand nicht mehr gegeben.

Risse in Holzbalken

Und das hatte Folgen: Die Holzbalken im Spaßbad bekamen Risse. Sie wurden mittlerweile untersucht. „Wir haben die Risse verleimt. Das hat ausgereicht“, sagt Hans-Heinrich Kiso (56), Technischer Leiter der Freizeiteinrichtungen.

Schäden gab es auch am Außenschwimmbecken. Hier mussten etwa 50 Prozent der Bodenkacheln ausgetauscht werden. Damit sich in der Zeit des Lockdowns keine Keime in den Wasserleitungen bilden, werden diese regelmäßig gespült – einige mechanisch, andere von Hand.

Kurzarbeit für 160 Beschäftigte

Ein Großteil der 160 Mitarbeiter befindet sich seit dem 2. November erneut in Kurzarbeit. Einige sind mit Ausbesserungsarbeiten beschäftigt, andere sorgen dafür, dass der Schulsport reibungslos verläuft. Werktags von 8 bis 13 Uhr werden das Schwimmer- und Nicht-Schwimmer-Becken von den Schulen genutzt. In dieser Zeit muss auch die Frischluftzufuhr gewährleistet sein. Das sorgt zwar für zusätzliche Kosten, entspricht aber den Hygienebestimmungen.

Haben die Schüler um 13.30 Uhr das Bad verlassen, wird auf Umluft umgeschaltet. „Das machen wir, um die Wärmerückgewinnung zu erzielen“, sagt Kiso. Außer den beiden Becken für den Schulsport sind viele andere Bereiche außer Betrieb. Die Temperatur ist um zwei bis drei Grad abgesenkt worden. Auch hier musste das H2O-Team vorsichtig vorgehen. Nicht nur aufgrund der Holzkonstruktion im Innern des Bades, sondern auch aufgrund der vielen Pflanzen, die verteilt in den Aufenthaltsbereichen stehen.

Auch die meisten Saunen sind kalt. Ausnahmen bilden die Salzsauna, die noch mit 40 Grad beheizt wird, damit der dort befindliche Salzstein nicht austrocknet, sowie die Sauna mit Leinwand, die eine gewisse Temperatur dauerhaft benötigt.

Die Schließung des H2O für die Allgemeinheit gilt zunächst bis zum 30. November. Ob danach wieder eine Teilöffnung mit täglich 400 statt 1000 Gästen im Badbereich und 300 statt 700 Gästen im Saunabereich möglich ist? „Wir hoffen es“, sagt Markus Diering.

Hoffen auf Sauna-Meisterschaft

„Wir haben eine treue Stammkundschaft, die uns kurz vor der zweiten Schließung bereits gesagt hat, wie sehr sie das Schwimmen und Saunieren vermissen werden“, erzählt Heidi Wagner, Bäderleitung (H2O und Freibäder). Eigentlich ist das Bad in dieser Jahreszeit immer gut gefüllt.

Durch die wochenlangen Schließungen von H2O und Freibädern gehen die Stadtwerke in diesem Jahr von einer Ergebnisverschlechterung von 2,6 Millionen Euro aus. „Wir hoffen darauf, dass im Juli 2021 im H2O die Deutschen Saunameisterschaften stattfinden können“, sagt Diering. Dass das Bad für die Zeit nach dem Lockdown plant, zeigt ein Foto-Shooting, das am Montag im Freizeitbad stattfand.

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