Herforder Schillerbrücke: Steine zu hoch verlegt – Freigabe-Termin fraglich
Pflaster-Panne

Herford (WB). In der Herforder Schillerbrücken-Baustelle steckt der Wurm: Ein Großteil des Pflasters lag bereits – und musste dann wieder aufgenommen werden. Jetzt müssen hunderte Steine neu verlegt werden.

Mittwoch, 11.11.2020, 06:00 Uhr
Alles auf Anfang: Am Dienstag wurde noch einmal ganz genau nachgemessen, damit die Abstände am Geländer auch korrekt eingehalten werden. Eine Woche Zeit sei durch die Pflaster-Panne verloren gegangen, sagt Bauamtschef Dr. Peter Böhm. Foto: Moritz Winde

Der Grund für das Hin und Her ist so einfach wie ärgerlich: „Es gab Höhenunterschiede“, sagt Dr. Peter Böhm auf Anfrage. Das könne zwar passieren und sei nichts Tragisches, findet der Bauamtschef, aber: „Weshalb ist dies erst so spät aufgefallen?“ Er geht davon aus, dass dadurch der Zeitplan um eine ganze Woche nach hinten rückt.

Ob die geplante Freigabe pünktlich vor dem Jahreswechsel klappe, könne er jetzt noch nicht sagen. „Es wird auf jeden Fall knapp.“ Letztlich sei es doch aber egal, ob die Verbindung zwischen Marta-Quartier und Wilhelmsplatz am 1. oder 15. Januar wieder für Autos passierbar sein werde.

Zurück zum Pflaster: Für Laien sah der Untergrund schon picobello aus. Doch der Teufel steckt wie so oft im Detail. Als noch einmal nachgemessen wurde, hat man offenbar festgestellt, dass die Steine zu hoch verlegt wurden. Nach Informationen dieser Zeitung soll die Differenz mindestens zehn Zentimeter betragen haben. Gerade an Brückengeländern müssen die Abstände jedoch exakt eingehalten werden – so will es die Vorschrift, Höhe und Abstand zum Geländer sind genau festlegt. Stichwort: Absturzsicherung!

Diese Steine lagen schon, mussten aber wieder aufgenommen werden.

Diese Steine lagen schon, mussten aber wieder aufgenommen werden. Foto: Moritz Winde

Bleibt die Frage, wer für den Fauxpas verantwortlich ist? Dr. Peter Böhm hatte darauf am Dienstag keine Antwort. Prinzipiell sei es jedoch Aufgabe des Bauleiters die Arbeiten vor Ort zu kontrollieren. „Und den haben wir extern eingekauft.“ Der Bauamtschef entkräftete Gerüchte, die Stein-Geschichte würde den Brückenbau nochmals verteuern.

Seit Herbst 2018 wurde das marode Bauwerk über der Aa nach und nach abgerissen. Die Arbeiten gestalteten sich schwierig. Unter anderem musste das ehemalige Schiller mit Beton zusätzlich gesichert werden.

Trotz der Pflaster-Panne: Ein Ende der Dauerbaustelle rückt näher. Die Herforder können sich auf ein wahres Schmuckstück freuen, das mit 22,50 Metern außerdem viel breiter als der Vorgängerbau sein wird.

Es sah so schön aus: Doch das verlegte Pflaster war zu hoch.

Es sah so schön aus: Doch das verlegte Pflaster war zu hoch.

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