Außer-Haus-Verkauf lässt die Überbrückungshilfe Herforder Gastronomen unberührt
November to go

Herford (HK). Der November ist abgehakt, die Gastwirte wüssten jetzt gern, wie es im Dezember weiter gehen soll. Firmen, Familien, Vereine sagen Feiern ab – sie rechnen nicht mehr damit, dass der Inzidenzwert im Kreis Herford bis Weihnachten/Silvester wesentlich sinken wird. Den nächsten Beratungstermin dazu hat der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) auf den 16. November angesetzt.

Montag, 09.11.2020, 05:29 Uhr
Die „Herforder Wirtschaft“ an der Brauerei Felsenkeller kocht im November durch und bietet alle Gerichte zum Abholen an. Die dabei erzielten Einnahmen werden nicht auf die Überbrückungshilfe angerechnet, die Gastronomen erhalten können. Foto: Stephan Rechlin

Dehoga-Geschäftsführerin Regine Tönsing aus Herford rechnet nicht damit, bis dahin schon mit zuverlässigen Prognosen dienen zu können: „Wir schauen jeden Tag in eine Glaskugel und rätseln, wie es wohl weiter geht.“ Einige Restaurantbetreiber hätten mit dem zweiten Lockdown aufgegeben, weil sie gar keine Perspektive mehr sehen würden.

Hilfen sind fair

So schwarz sieht Tönsing seit der Videokonferenz ihres Verbandes am Freitag erst einmal nicht. Darin wurden die jüngsten Hilfsmaßnahmen des Bundes für die Gastronomie vorgestellt. Danach sollen die Betriebe bis zu 75 Prozent ihres durchschnittlichen, wöchentlichen Vorjahresumsatzes im November erstattet bekommen. Zehn Milliarden Euro will der Bund insgesamt für diese Überbrückungshilfen bereitstellen. Was die Betriebe im November durch Liefer- oder Abholservice hinzuverdienen, wird nicht auf diese Hilfe angerechnet. Tönsing: „Das ist ein äußerst faires Angebot, mit dem der Bund faktisch einräumt, dass die Gastronomie ein Bauernopfer in der Pandemie-Bekämpfung darstellt.“ Kaum eine Branche habe in den vergangenen Wochen dermaßen in die Hygienesicherheit investiert. Heizstrahler, Desinfektionsmittel, Plexiglasscheiben, Fortbildungen, Masken und teure Lüftungsanlagen seien angeschafft worden mit Geld, das jetzt fehle, um den Corona-Winter zu überstehen.

Komplizierter Antrag

Der Antrag selbst sei jedoch deutlich komplizierter als im Frühjahr – vermutlich eine Reaktion auf Betrugsversuche: „Ohne Steuerberater geht jetzt nichts mehr.“ Noch in diesem Monat möchte NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart (FDP) persönlich in einer Videokonferenz mit Vertretern der Gastronomie über die weitere Vorgehensweise beraten. Aus Herford werde aller Voraussicht Henrik Krömker an dieser Konferenz teilnehmen, der sowohl das Kontor-Café als auch das Hansa-Hotel betreibt.

Er kann auf jeden Fall auf den Elan hinweisen, mit dem Herforder Gastronomen den November-Shutdown begegnen. „Wir kochen durch!“ verkündet die „Herforder Wirtschaft“ an der Brauerei Felsenkeller auf einem Plakat und bietet auch die Mittagsmahlzeiten zum Mitnehmen an. Das Elsbach-Restaurant zieht mit zwei verschiedenen Mittagsgerichten und wöchentlich zwei à-la-carte-Gerichten ins „To-go“-Geschäft. Es unterhält ebenso einen Catering-Service wie „Die Alte Schule“ und das Waldrestaurant Steinmeyer. Weitere Angebote Herforder Gastronomen sind auf der Internet-Plattform „Herford handelt“ nachzulesen.

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