Stadt Herford reduziert zwar die Zonen, will nun aber rigoros durchgreifen
Masken-Muffel müssen sofort zahlen

Herford (WB). Wer ab Freitag in der Fußgängerzone ohne Maske erwischt wird, wird sofort zur Kasse gebeten: „Die Zeit der Verwarnungen ist vorbei“, kündigt Ordnungsamtschefin Petra Stender an. Bei „oben ohne“ in den verbotenen Zonen wird ein Bußgeld in Höhe von 50 Euro fällig.

Freitag, 06.11.2020, 06:00 Uhr
Bislang herrschte Maskenpflicht innerhalb des Walls, seit heute müssen Passanten nur noch in den engen Einkaufsstraßen und am Bahnhof (rot gekennzeichnet) ihr Gesicht verdecken. Die Stadt hat die Zonen reduziert, damit die Verfügung nicht von Gerichten gekippt werden kann. Foto: Google Maps/Potthoff/Winde

Unterdessen hat die Stadt die Maskenpflicht in der Innenstadt überraschend gelockert. Nachdem die Infektionszahlen in die Höhe geschossen waren, mussten seit dem 24. Oktober Mund und Nase verdeckt werden – und zwar innerhalb des kompletten Walls. So hatte es der Kreis in Abstimmung mit der Stadt festgelegt. Als Grund wurde das Erreichen der zweiten Gefährdungsstufe (50 Inzidenz) angeführt. Beigeordneter Dr. Peter Böhm hatte die Eingrenzung vor drei Wochen auch damit begründet, so könnten keine Missverständnisse entstehen.

Doch eine Maskenpflicht in einem derart großen Areal zu bestimmen, stand rechtlich offenbar auf wackligen Füßen. Denn die Behörden müssen gerichtsfest begründen können, weshalb an welcher Stelle Passanten ihre Gesichter hinter Stoff oder Plastik verbergen müssen.

Die neue Corona-Schutzverordnung des Landes NRW vom 30. Oktober – sie gilt bis Ende November – erlaubt den Kommunen nun, die Bereiche selber festzulegen. Peter Böhm: „Wir haben uns daraufhin noch einmal genau angeschaut, wo der Abstand von 1,5 Metern schlecht eingehalten werden kann.“

Appell an Eigenverantwortung

Dies sei der Fall in der Fußgängerzone zwischen der Radewiger Brücke, Bäckerstraße, dem Alten Markt im Bereich der Bushaltestellen, am Gehrenberg, der Lübberstraße (Höhe Saturn), Neuer Markt, auf dem Bahnhofsvorplatz und dem Busbahnhof. „Dort halten sich häufig viele Menschen gleichzeitig auf. Deshalb gilt jetzt in diesen Teilen der Innenstadt die Maskenpflicht“, erklärt der Beigeordnete. Bad Salzuflen geht sogar noch einen Schritt weiter: In der benachbarten Kurstadt gibt es seit Mittwoch überhaupt keine Maskenpflicht – eine Reaktion der Verwaltung auf die coronabedingt leerer Innenstadt.

Auch wenn in vielen Straßen der Herforder City ebenfalls keine Maskenpflicht mehr herrscht: „Wir empfehlen aber schon, die Maske überall dort zu benutzen, wo Menschenansammlungen sind oder wo man nicht gut ausweichen beziehungsweise der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann“, sagt Peter Böhm.

Er appelliert an die Verantwortung jedes Einzelnen. In der Klingenthal-Passage zum Beispiel müsste eigentlich keine Maske getragen werden, da es sich um einen privaten Durchgang handelt. Allerdings ist der Verbindungsweg so eng, dass man sich bei Gegenverkehr nicht aus dem Weg gehen kann.

Nachdem Masken-Muffel in den vergangenen Wochen häufig noch verwarnt wurden – es gab gerade einmal zehn Bußgelder – kündigt die Stadt nun eine Null-Toleranz-Politik an. Damit seien explizit auch diejenigen gemeint, die zum Essen, Trinken oder Rauchen ihre Masken dauerhaft fallen ließen, sagt Ordnungsamts-Leiterin Petra Stender. „Wir haben nichts gegen einen kurzen Schluck Wasser. Alles andere sollte aber dort gemacht werden, wo es erlaubt ist.“ Durch die Freigabe vieler Seitenstraßen bestehe ja nun die Möglichkeit, auszuweichen. Insgesamt kontrollieren vier Teams der City-Wache sowie die Polizei die Einhaltung der Regeln.

Die Schilder, die auf die Maskenpflicht hinweisen, wurden am Donnerstag bereits entfernt oder umgesetzt.

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