Hausärzte starten Kampagne – Klinikum Herford zahlt drauf – Schüler dürfen schwimmen
Neues aus der zweiten Welle

Herford (HK). Mit einer Plakataktion danken Hausärzte ihren eigenen Mitarbeitern. Ihr spezieller Dank gilt den medizinischen Fachangestellten und in Hausarztpraxen, die derzeit an den Eingangstresen den Frust und die Wut wartender und maskentragender Patienten abfedern müssen.

Mittwoch, 04.11.2020, 18:15 Uhr aktualisiert: 05.11.2020, 14:48 Uhr
In einer Plakatkampagne danken Hausärzte ihren Mitarbeitern. Foto: Hausärzte-Verband

Dr. Anke Richter-Scheer aus Bad Oeynhausen ist die Vorsitzende des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe: „Die medizinischen Fachangestellten und die Hausärzte arbeiten seit Monaten am Limit – und sie machen einen großartigen Job. Sie bilden den Schutzwall, der unser Gesundheitssystem entlastet und sie beweisen maximalen Einsatz und viel Flexibilität.“

Ausraster sind die Ausnahme

Weder ihr noch Dr. Hermann Lorenz, Bezirksstellenleiter der Kassenärztlichen Vereinigung, sind handgreifliche Übergriffe oder verbale Ausfälle von Patienten bekannt wie sie unter anderem aus Bielefelder Hausarztpraxen gemeldet wurden. Richter-Scheer: „Klar ist aber, dass Fachangestellte und Assistentinnen sozusagen in der ersten Reihe stehen und als erste Ansprechpartnerinnen die Sorgen und Unsicherheiten, aber oft auch den Frust der Patienten abfangen.“ Dr. Hermann Lorenz, Hausarzt in Herford, stimmt zu, erinnert aber auch an viele Patienten, die sich für Mühe und Geduld in den Hausarztpraxen ausdrücklich bedanken: „Oftmals mit einer Spende für die Kaffeekasse.“ Ausraster blieben eher die Ausnahme.

Klinikum ist gerüstet

Seit dem 1. Oktober steht Peter Hutmacher, Geschäftsführer des Kreisklinikums Herford, für jedes Bett gerade, das er möglichen Covid-19-Patienten reserviert. Grund: die im Krankenhaus-Entlastungsgesetz festgelegte Frist, in der Kliniken noch einen finanziellen Ausgleich für frei gehaltene Betten erhalten, ist pünktlich zum Beginn der zweiten Infektionswelle ausgelaufen. Hutmacher: „Von uns aus haben wir noch keine Untersuchungen oder Operationen abgesagt. Doch wir merken, dass unsere Patienten immer vorsichtiger werden und Eingriffe wenn möglich verschieben.“ Mit 36 Intensivbetten, 22 dort eingesetzten Ärzten, 85 Pflegekräften und einer Reserve von 100 extra dafür geschulten Pflegemitarbeitern sieht sich Hutmacher für die zweite Welle gerüstet. Die gegenwärtige Auslastung (fünf Intensivpatienten mit Covid 19) erlaube ihm sogar, Patienten aus Holland aufzunehmen, falls dies gewünscht sei: „Das Angebot steht, es wurde bisher aber nicht in Anspruch genommen.“

Schulschwimmen im H2O

Im Gegensatz zum ersten Lockdown dürfen Schüler das H2O im Schulsport weiter nutzen. „Das Schulschwimmen findet weiter statt“, teilt Markus Diering, Leiter der Freizeitbetriebe bei den Stadtwerken Herford, auf Nachfrage mit. Eigene Kurse darf das H2O bis Anfang Dezember jedoch nicht mehr anbieten. Damit werde ein Großteil der 160 Mitarbeiter erneut in Kurzarbeit geschickt. Wegen des Teilbetriebes für die Schüler würden es jedoch etwas weniger als jene 120 bis 130 Kollegen sein, die es bereits zum ersten Lockdown in Frühjahr getroffen hatte. Im Gegensatz zum Frühjahr werde die Technik nicht weitgehend runtergefahren. Wegen drohender Verkeimung und Folgeschäden am Gebäude sei das sowieso nicht möglich: „Schließlich soll es im Dezember ja weitergehen.“ Die Ice Dragons dürften in der Eishalle trainieren und spielen – wenn auch ohne Publikum.

Musikschule verzichtet

Die Musikschule der Stadt Herford wird im November auf den Einzug der Elternbeiträge verzichten. Bis zuletzt habe Musikschulleiter Thomas Steingrube noch auf eine Präzisierung der jüngsten Landesverordnung gehofft: „Darin steht, dass Musikschulen sämtliche Tätigkeiten einzustellen haben. Also auch den Online-Unterricht?“ Mit dieser undifferenzierten, faktischen Schließung würden alle Hygiene-Vorkehrungen der vergangenen Monate ignoriert. Sämtliche Honorarkräfte büßten ihre Einnahmen ein.

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