Herford alt und neu: Mathias Polster stellt Fotokalender vor
Eine Stadt im Wandel

Herford (WB). Groß ist das Interesse an dem angekündigten Buch über Herfords Straßen und Plätze. Während sich der Erscheinungstermin coronabedingt verzögert, bietet ein neuer Kalender einen optischen Vorgeschmack.

Donnerstag, 05.11.2020, 05:20 Uhr aktualisiert: 05.11.2020, 13:08 Uhr
Mathias Polster zeigt den Kalender, der einen kleinen optischen Vorgeschmack auf das Buch über Herfords Straßen und Plätze darstellt. Bei seinen Recherchen zu dem Buch stieß Polster auf einen verschwundenen Friedhof am Wilhelmsplatz. Foto: Hartmut Horstmann

Erlös fließt ins Buch

„Straßen und Plätze von Herford” heißt der Kalender, der ab sofort im Buchhandel erhältlich ist. Herausgegeben wurde er vom Verschönerungsverein, die Bilder und Texte steuert der Gästeführer Mathias Polster bei. Polster ist es auch, der gemeinsam mit Dr. Rainer Pape an dem Buch über Straßen und Plätze arbeitet.

Ursprünglich sollte es bereits im Sommer vorgestellt werden, doch Corona machte dem Ansinnen einen Strich durch die Rechnung. So war es Polster lange Zeit nicht möglich, ins Archiv zu gehen. Hinzu kommt die Ausweitung des Materials, die schon fast spektakuläre Züge annahm. „Gestartet sind wir mit 250 Straßen, jetzt sind wir bei 457“, sagt Mathias Polster. Hinzu kommen zum Beispiel 25 Brücken und acht Friedhöfe. Als Platz werde definiert, was öffentlich zugänglich sei, erklärt der Gästeführer – daher auch die Friedhöfe, wobei er in den Unterlagen sogar einen verschwundenen entdeckte.

Alter Friedhof

Die Begräbnisstätte befand sich am heutigen Wilhelmsplatz. Und Polster hat auch herausgefunden, wer dort im Jahr 1809 als erster bestattet wurde: „Es war ein Musikant und Tagelöhner aus Spenge.“ Der Mann namens Tappe soll Chef einer Räuberbande gewesen sein und wurde hingerichtet. Damals stand am Wilhelmsplatz das alte Gefängnis. Allerdings brannte es im Juni 1873 nieder – den Brand hatte ein Häftling gelegt.

Geschichten dieser Art gehören zu dem Buch, dessen Finanzierung auch über den Kalender erfolgt. Glücklich über die Verzögerung der Publikation können die Initiatoren des Carola-Frauli-Wegs sein. Wäre das Buch pünktlich erschienen, wäre der neue Straßenname nicht mit aufgenommen worden. Der Verlag für Regionalgeschichte geht jetzt von einem Veröffentlichungstermin im März aus. Aus den geplanten 250 Seiten werden 550.

Was sich in Herford verändert hat, ist auch dem Kalender zu entnehmen. Ob Gehrenberg oder Gänsemarkt: Polster kombiniert historische Aufnahmen mit aktuellen Bildern – ein Fest für jeden Herford-Nostalgiker. So ist einem Kalenderblatt über die Johannisstraße um 1910 zu entnehmen, dass die Ecke zur Brüderstraße früher ein beliebtes Zeichenmotiv war. Der heutige Blick hingegen sieht vergleichsweise nüchtern aus. Oder die Bergertorbrücke mit dem Torwärterhaus. Als die Brücke 1937 verbreitert werden musste, wurde das Haus abgebrochen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7663663?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F
Kurz vor dem Kontrollverlust
Mit Megafonen wiesen Ordnungsamtsmitarbeiter die Schnäppchenjäger darauf hin, dass die Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten sind.
Nachrichten-Ticker