Herford: Corona-Auflagen für Beerdigungen sind nicht ganz so streng wie im Frühjahr
Der Trauerkaffee ist abgesagt

Herford (HK). Mitten im Gespräch mit dem Bestatter ändert sich die Rechtsgrundlage. Am Sonntag sind Trauerkaffees im Anschluss an Beerdigungen noch erlaubt, am Montag sind sie verboten. „So schnell geht das“, sagt Marco Arnholz vom Herforder Bestattungsunternehmen Wilfried Arnholz.

Donnerstag, 05.11.2020, 05:29 Uhr
Marco Arnholz setzt bei Beerdigungen die neuesten Auflagen der Corona-Schutzverordnung um. Foto: Stephan Rechlin

Alles in allem sei die Rechtslage jedoch moderater als beim ersten Corona-Lockdown im Frühjahr. Bestattungen und Trauerfeiern bleiben erlaubt, ohne Personengrenze. Der Mindestabstand ist zu wahren, in Trauerhallen sind Masken zu tragen, unter freiem Himmel nur, wenn 25 und mehr Personen an der Beerdigung teilnehmen. Der Pfarrer oder ein anderer Trauerredner darf die Maske abnehmen. In geschlossenen Räumen muss eine Anwesenheitsliste geführt werden. Arnholz: „Das ist eine ganz wichtige Erleichterung gegenüber dem Frühjahr, als Trauerfeiern nur draußen stattfinden durften. Das würden ältere Menschen bei Regen und Kälte nicht lange aushalten.“

Zehn Quadratmeter je Person

Bei der Zahl der Trauergäste gebe es zwar keine Personen-, aber eine Abstandsgrenze: „Uns sind zehn Quadratmeter pro Person vorgegeben.“ Danach muss Arnholz die Orte aussuchen, an denen die Trauerfeier stattfinden kann. In die Münsterkirche, in die sonst gut 1000 Personen passen, dürfen nach dieser Vorgabe nur 120 Trauergäste. In der Trauerhalle am Friedhof Ewiger Frieden können 32 Teilnehmer untergebracht werden, am Friedhof in Elverdissen wären es 22, am Alten Friedhof an der Hermannstraße 18 Personen.

Als die ersten Opfer von Covid 19 im Frühjahr starben, durften sie nicht mehr für eine Trauerfeier hergerichtet werden. Der Sarg musste die Klinik verschlossen verlassen und durfte anschließend nicht mehr geöffnet werden. Ein Abschied mit einem letzten Blick auf den Angehörigen war nicht mehr möglich. Das ist jetzt anders – allerdings sind weiterhin strengste Hygieneauflagen zu beachten. Bei der Herrichtung ist Arnholz wie der Pfleger auf einer Covid-Intensivstation gekleidet. Schutzkleidung, Handschuhe, Maske und Haube sind unmittelbar nach der Arbeit zu entsorgen. In der Kapelle oder Kirche darf der Sarg offen stehen, doch die Trauergäste müssen Abstand halten. Deswegen sind dezente Absperrstäbe aufzustellen.

Im engsten Familienkreis

70 Prozent sind Urnen-, 30 Prozent Erdbestattungen – an diesem Verhältnis habe sich mit der Corona-Pandemie nichts geändert. Auch der Hinweis, „im engsten Familienkreis“ beigesetzt zu werden, sei nicht erst mit der Pandemie aufgekommen: „Meist handelt es sich dabei um den Wunsch des Verstorbenen.“ Ob im kleinen Kreis oder großen Geleit – immer wieder sei zu beobachten, wie sich Trauergäste vor dem Eingang zum Friedhof zur Begrüßung umarmten, küssten oder sich zumindest die Hand geben würden. „Vor dem Eingang in die Trauerhalle legen sie dann ihre Masken an und fragen, ob man den Kugelschreiber vor dem Kondolenzbuch bedenkenlos berühren dürfe.“

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