Gesundheitsgefahr: Herforder Beamte müssen nach Wasserschaden aus Büros ausziehen
Schimmel bei der Polizei

Herford (WB). Feuchte Wände, Ungeziefer, Gestank: Das Polizei-Dienstgebäude an der Elverdisser Straße in Herford ist in die Jahre gekommen. Nach einem Wasserschaden mussten Beamte jetzt sogar ihre Büros räumen.

Mittwoch, 04.11.2020, 06:00 Uhr
Das Gebäude an der Elverdisser Straße liegt gegenüber dem Stelzenhaus. Neben der Polizei ist hier außerdem das Arbeitsgericht untergebracht. Foto: Moritz Winde

Landrat Jürgen Müller bestätigte den Sachverhalt: „Es gibt Schimmel in manchen Räumen. Weil dieser gesundheitsgefährdend sein kann, haben wir die Zimmer bis auf Weiteres gesperrt.“ Betroffen ist die Seite zur Hermannstraße – und zwar auf allen vier Etagen.

Grund für die Nässe im Mauerwerk ist ein defektes Abflussrohr, das im Innern der Wand verläuft. Regenwasser konnte deshalb nicht sauber abgeleitet werden und sickerte in die Fassade. Monatelang blieb der Schaden unentdeckt. Im Mai soll der Schimmel dann erstmals sichtbar geworden sein.

Polizisten versuchten, das Problem zunächst eigenhändig mit Spray zu beheben. Doch nach kurzer Zeit kamen die Sporen an den Innenwänden wieder zum Vorschein. Zudem riecht es muffig. Und nicht nur das: Zwischenzeitlich sollen Kakerlaken aus Abflüssen im Erdgeschoss gekrabbelt sein. „Ein Schädlingsbekämpfer hat nach dem Rechten gesehen und Fliegen gefunden“, sagt Jürgen Müller.

Umzug vorerst kein Thema

Polizisten klagen seit Längerem über die Zustände in dem 1961 erbauten Gebäude, in dem es wohl einen größeren Sanierungsstau gibt. Ihre Hoffnung, in dem vor Kurzem vom Kreis Herford gekauften ehemaligen Sparkassen-Gebäude an der Berliner Straße ein neues Job-Zuhause zu finden, wurde enttäuscht. „Es ist richtig, dass diese Bitte an mich herangetragen wurde. Wegen der Corona-Pandemie weiß ich selbst aber kaum, wo unsere Mitarbeiter untergebracht werden sollen“, sagt Jürgen Müller.

Dabei wäre ein Umzug in die Immobilie gegenüber dem Rathaus durchaus sinnvoll gewesen. Schließlich ist dort die Verbraucherzentrale NRW untergebracht, mit der die Polizei Hand in Hand arbeitet. An der Elverdisser Straße haben folgende Abteilungen ihr Revier: Kriminalprävention, Opferschutz sowie Teile des Verkehrskommissariats und der IT.

Nach Angaben der Behörde arbeitet dort etwa 30 Beamte. Außerdem wird das Erdgeschoss vom Arbeitsgericht genutzt. Es gebe derzeit keine konkreten Überlegungen, die Nutzung des Gebäudes aufzugeben, heißt es aus der Pressestelle der Polizei, die lediglich Mieter ist.

Eigentümer der Immobilie ist der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) Nordrhein-Westfalen. „Unter unserer Leitung werden bei Bedarf Instandhaltungs- und Reparaturmaßnahmen im laufenden Betrieb durchgeführt. Eine Erneuerung der Fenster sowie die Modernisierung der Sanitärbereiche befindet sich derzeit in Planung“, teilt Sprecher Carsten Pilz mit. Pläne zum Abriss des Gebäudes gebe es keine.

Zum Schimmel-Problem wollte sich der BLB trotz wiederholter Nachfrage nicht äußern. Das kaputte Rohr ist repariert, mit Lüftern soll die Feuchtigkeit getrocknet werden.

Mit Lüftern werden derzeit die feuchten Wände im Dienstgebäude der Polizei getrocknet.

Mit Lüftern werden derzeit die feuchten Wände im Dienstgebäude der Polizei getrocknet. Foto: Moritz Winde

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