Bäder und Eishalle: Verlust steigt auf 6,5 Millionen Euro
Corona-Folgen belasten Herforder Haushalt

Herford (WB). Nicht nur die Gewerbesteuereinnahmen sind aufgrund der Corona-Pandemie kräftig eingebrochen, auch in den städtischen Töchterbetrieben klaffen Umsatzlücken. Keine leichte Aufgabe für den neuen Stadtrat, der zur konstituierenden Sitzung am Freitag, 6. November, zusammenkommt.

Dienstag, 03.11.2020, 05:45 Uhr aktualisiert: 03.11.2020, 09:20 Uhr
373.000 Gäste haben 2019 das Bad im H2O besucht, 147.000 die Saunalandschaft. Durch Corona brechen die Einnahmen weg. Seit Montag ist das Bad erneut geschlossen. Foto: Moritz Winde

Für den städtischen Haushalt geht man derzeit von einer Verschlechterung von 9,6 Millionen Euro aus. Bei der Gewerbesteuer lag der Ansatz bei 50,5 Millionen Euro. Zum 30. Juni lag ein Wert von 23 Millionen Euro vor. Nimmt man die angekündigten Hilfen vom Land (Ausgleichszahlungen für die Gewerbesteuerausfälle) als Grundlage, so kalkuliert die Kämmerei mit einem Minus von 5,6 Millionen Euro bei den Gewerbesteuereinnahmen bis zum Jahresende.

Entwicklung mit enormer Geschwindigkeit

Erhebliche Verluste verzeichnen die Freizeitstätten (H2O, Freibäder, Eishalle) sowie die Kulturbetriebe (Theater, Stadtbibliothek, Musikschule). Das geht aus dem Bericht der städtischen Beteiligungen hervor. Bei den meisten Zahlen handelt es sich um Prognosen. Deswegen gilt für die Geschäftsführer der städtischen Tochterunternehmen wohl das, was WWS-Geschäftsführer Magnus Kasner zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie sagt: „Die Geschwindigkeit der Entwicklung macht es schwierig, die Auswirkungen schon heute zuverlässig einzuschätzen.“

Die Stadtwerke, die in den vergangenen Jahren zuverlässig Gewinne an die Stadt Herford abgeführt haben, werden dies in diesem Jahr nicht können. Statt der geplanten Gewinnabführung von 2,94 Millionen Euro steht dort nun ein Ist von 23.000 Euro. Maßgeblich hierfür ist die Verschlechterung bei den Freizeiteinrichtungen. Durch die wochenlangen Schließungen von H2O und Freibädern gehen die Stadtwerke von einer Ergebnisverschlechterung von 2,6 Millionen Euro aus. Die Verluste in diesem Bereich steigen auf 6,5 Millionen Euro.

Weniger Gas verkauft

Auch in anderen Bereichen verzeichnen die Stadtwerke Ergebnisverschlechterungen. Die negativen Corona-Folgen bei der heimischen Wirtschaft spiegeln sich auch beim Stromabsatz der Stadtwerke wider. Aufgrund eines Absatzrückgangs bei Großkunden fehlen Einnahmen in Höhe von 83.000 Euro. Aufgrund des milden Winters kam es zu weniger Erlösen bei der Gasversorgung. Hier sind die Stadtwerke fast 500.000 Euro vom Planwert entfernt.

Pro Herford macht weniger Umsatz

Bei der Kultur gGmbH gibt es Stand 30. Juni eine Verschlechterung um 450.000 Euro. Maßgeblich tragen hier die zusätzlichen Kosten zur Erfüllung der Brandschutzauflagen im Theater bei. Die Stadt muss für den Einbau von feuerfestem Glas 250.000 Euro aufbringen. Coronabedingt sei es in den Einrichtungen zu einer Verschlechterung von 119.000 Euro gekommen. Die Pro Herford hat 355.000 Euro weniger Umsatz erzielt.

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