Im Frühjahr weiden die zotteligen Tiere erstmals im Uhlenbachtal
Die Hochlandrinder kommen!

Herford (WB/bex). Im Naturschutzgebiet Uhlenbachtal in Schwarzenmoor stehen im wahren Wortsinn schwergewichtige Veränderungen an. Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises wird zusammen mit der Biologischen Station Ravensberg vom kommenden Frühjahr an eine etwa zwei Hektar große Fläche mit schottischen Hochlandrindern beweiden.

Montag, 02.11.2020, 05:55 Uhr aktualisiert: 02.11.2020, 06:01 Uhr
Die langen Hörner der Hochlandrinder sind geschlechtsspezifisch geformt: Bullen haben typischerweise waagerecht nach vorne gebogene Hörner. Bei den Kühen sind sie meist deutlich länger und weit ausladend nach oben gebogen wie auf dem Foto. Foto: Holger Hollemann

Begonnen wird auf einer kreiseigenen Fläche, die zentral zwischen den Straßen Im Öfkendiek und Hinterm Busch liegt. „In den nächsten Wochen wird dort ein starker Zaun errichtet, so dass im Frühjahr 2021 die Rinder kommen können“, sagt Anna Brennemann. Sie ist bei der Biologischen Station Ravensberg in Kirchlengern für das Projekt zuständig ist.

Zunächst werden es drei oder vier Tiere sein, später könne die Herde dann möglicherweise vergrößert werden. Die Hochlandrinder gehören einem Herforder Landwirt, der eine Zucht aufbauen, zunächst aber noch nicht in der Öffentlichkeit in Erscheinung treten möchte. Er weide bereits andernorts im Kreis Hochlandrinder, sagt Brennemann.

Bisher sei die Fläche eine reine Mähwiese gewesen, die ab Mitte Juni geschnitten wurde. Auch die Beweidung solle schonend und extensiv erfolgen, also ohne den Einsatz von Düngemitteln. „Zudem sind die schottischen Hochlandrinder nur von Mai bis Oktober auf der Weide.“ Im Winter stehen sie bei dem Landwirt im Stall. Dann werde die Fläche nicht beweidet, da die Trittschäden durch die beeindruckend großen Rinder erheblich sein könnten. „Das sind ja keine kleinen Schafe.“

Viele Besucher werden erwartet

Die rötlich-zottige Rasse mit den langen Hörnern ist von ähnlichen Flächen im Kreis Herford bekannt wie etwa dem Naturschutzgebiete Elseaue in Bünde, am Doberg, aber auch am Hücker Moor sowie am Bolldammbachtal zwischen Enger und Hiddenhausen. Im Jammertal in Stedefreund sei ein solches Projekt zumindest angedacht.

Für das Naturschutzgebiet Uhlenbachtal sei die Beweidung eine Bereicherung, sagt Brennemann. Unter anderem entwickelten sich dadurch unterschiedliche Oberflächenstrukturen und die Insektenvielfalt sei größer. „ Und viele Betrachter werden sich am Anblick der Tiere erfreuen“, ist sie sicher.

Da allerdings mit vielen Spaziergängern zu rechnen sei, müsse abgewartet werden, wie geeignet der Standort letztlich sei. „Da muss ein Miteinander entstehen.“ Brennemann ist jedoch zuversichtlich: Denn an den anderen Standorten im Kreis habe es bislang keine Probleme gegeben.

Die Idee zur Beweidung im Naturschutzgebiet Uhlenbachtall hatte Karin Bohrer von der Unteren Naturschutzbehörde.

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