Friedrich-Wilhelm Schöneberg ist der weltbeste Fox-Terrier-Züchter
Wohin mit den Trophäen?

Herford (WB). Neues Wochenende, neue Pokale: Als weltbester Fox-Terrier-Züchter präsentiert Friedrich-Wilhelm Schöneberg seine Hunde in der ganzen Welt. Und von überall her bringt der Wellteam-Gründer Erfolge mit. Doch wohin mit den Trophäen?

Montag, 02.11.2020, 05:10 Uhr aktualisiert: 02.11.2020, 10:13 Uhr
Friedrich-Wilhelm Schöneberg hat dem WESTFALEN-BLATT einen Blick in sein Allerheiligstes gestattet. Das Büro des Wellteam-Seniorchefs ist voll von Pokalen, Medaillen, Tellern und Schleifen. Um Platz für die Zeichen seiner Zucht-Erfolge zu schaffen, wird eine Wand versetzt. Foto: Moritz Winde

Diese Frage treibt den 76-Jährigen seit einiger Zeit um. „Eigentlich wollte ich einen Anbau neben dem Haupteingang der Firmenzentrale errichten. Doch damit waren meine Söhne nicht einverstanden“, sagt der bekannte Herforder. Also wird jetzt Plan B in die Tat umgesetzt. Eine Wand seines Büros wird um mehrere Meter nach hinten versetzt. Damit dürfte das Platz-Problem behoben werden – zumindest vorerst. Denn klar ist: Friedrich-Wilhelm Schöneberg ist weiter hungrig auf Erfolge: „Platz zwei gibt es für mich nicht!“

Mittlerweile füllen die Zeichen seiner Triumphe mehrere Container, sortiert nach Ländern und aufgestellt in Reih und Glied. „Hier liegt kein Staubkorn, alles picobello“, sagt der Mann mit dem Rauschebart und streicht mit der Hand über die Ablagen. Schöneberg ist eben ein Perfektionist.

Auch das Büro des Senior-Chefs ist bis zur Decke gefüllt mit Schleifen, Bändern, Tellern und Trophäen. Manche Pokale sind so hoch, dass sie dem Tierfreund – Familie Schöneberg ist verantwortlich für den Tierpark – bis zur Hüfte reichen. Zwischen den Auszeichnungen hängen Fotos seiner behaarten Champions, die wahlweise „von den schönen Bergen“ oder „Paperman“ heißen – Anspielungen auf seinen Nachnamen beziehungsweise sein Produkt (Wellpappe).

Friedrich-Wilhelm Schöneberg mit seinem ersten Fox-Terrier-Wurf.

Friedrich-Wilhelm Schöneberg mit seinem ersten Fox-Terrier-Wurf.

Auf den Hund kommt Friedrich-Wilhelm Schöneberg schon als kleiner Junge. „Ein Freund meines Vaters hatte einen Fox-Terrier. Ich war begeistert.“ Es dauert jedoch bis zur Pubertät, erst dann bekommt er seinen eigenen Vierbeiner. Als Gegenleistung habe er seinen Eltern versprechen müssen, keine Fünf mehr aus der Schule mit nach Hause zu bringen. Später tritt er dem Deutschen Fox-Terrier-Club bei, dessen Präsident er sechs Jahre lang war.

Mit dem ersten Terrier auf Rattenjagd

Geschäftstüchtig muss der 76-Jährige schon immer gewesen sein. Mit seinem ersten Terrier geht der damals 14-Jährige auf die Jagd. „Ratten fraßen den Bauern das Korn in den Scheunen weg. Pro gefangenem Nager erhielt ich eine Mark. Da kamen am Tag locker mal 20 zusammen.“

Zum Vergleich: Ein Maurer habe in der Nachkriegszeit eine Mark pro Stunde verdient. „Ich habe immer Geld gehabt“, sagt Schöneberg und grinst. Aus der Drei-Mann-Firma in der Elverdisser Straße hat er heute einen international agierenden Familienkonzern mit 650 Angestellten gemacht.

Geblieben ist in all den Jahrzehnten die Liebe zu seinen Hunden. Zwischen den Fabrikgebäuden im Diebrocker Industriegebiet hält er etwa 30 Terrier, noch einmal so viele sind verteilt in der Welt. Terrier waren ursprünglich Jagdhunde, die dazu gezüchtet wurden, Fuchs und Dachs aus ihrem Bau zu treiben. Der Name leitet sich vom französischen Begriff terre (Erde) ab.

Kommt das Herrchen in seinem silberfarbenen VW Touran auf den Hof gefahren, beginnt das große Gebell: „Hallooooo“, begrüßt Friedrich-Wilhelm Schöneberg seine Vierbeiner – und augenblicklich ist es mucksmäuschenstill. Die Tiere scheinen zu wissen, wer Chef im Haus ist. Der lässt sich sein Hobby ganz schön was kosten: Vier Angestellte kümmern sich um die Terrier, die klar definierte und festgeschriebene, charakteristische Merkmale vorweisen müssen.

Mit seinen Hunden holt Friedrich-Wilhelm Schöneberg auf den Zuchtschauen regelmäßig 97 von 100 Punkten. Es ist also noch Luft nach oben. Ansporn für ihn, nicht nachzulassen. Es gibt ja noch so viele Pokale zu gewinnen.

Der Chef kümmert sich auch selbst noch um seine Hunde, obwohl er vier Angestellte dafür hat.

Der Chef kümmert sich auch selbst noch um seine Hunde, obwohl er vier Angestellte dafür hat. Foto: Moritz Winde

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