Bunte Ballett-Version von „Alice im Wunderland“ begeistert im Stadttheater
Wenn ein Kaninchen tanzt

Herford (HK). Auf den Spuren des weißen Kaninchens ist das Publikum im Stadttheater gewandelt. Das Ballett der Delattre Dance Company ließ die 100 Besucher mit beeindruckenden Bildern in Alices Wunderland abtauchen.

Montag, 02.11.2020, 05:45 Uhr aktualisiert: 02.11.2020, 05:50 Uhr
Der Klassiker der Weltliteratur macht sich ausgezeichnet auf dem Tanzparkett. Foto: Hoffmeier

Als eines Tages ein weißes Kaninchen mit Weste und Taschenuhr ihren Weg kreuzt, folgt Alice (Mélanie Andre) aus kindlicher Neugier dem außergewöhnlichen Tier und rutscht in den berühmten Kaninchenbau, der den Eingang ins Wunderland markiert. Einen Trank, der verkleinert und einen Kuchen, der vergrößert, später ist Alice zu Gast bei der Teegesellschaft des verrückten Hutmachers und begegnet der Herzkönigin samt Hofstaat.

Der Klassiker der Weltliteratur aus dem Jahr 1865 macht sich ausgezeichnet auf dem Tanzparkett. Choreograf Stéphan Delattre nutzt den Spielraum der verrückten, von Autor Lewis Carrolls geschaffenen Welt und erzeugt eine beeindruckende Abfolge von fantasievollen Szenen. Bei ihm werden die roten Rosen der Herzkönigin lebendig und Flamingos tanzen im Ballsaal.

Alice im Wunderland im Herforder Stadttheater

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  • Alice im Wunderland im Herforder Stadttheater Foto: Alice im Wunderland im Herforder Stadttheater
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Aufwendige Kostüme

Einen Großteil zum Gelingen tragen die aufwendigen Kostüme von Angelo Alberto bei. Allen voran stechen die Herzkönigin mit großer, roter Perücke und der Hutmacher mit seinem auffälligen Äußeren heraus. Delattres Alice ist in ihrem blauen Kleid samt großer Schleife der Disney-Variante nachempfunden. Videoprojektionen geben der Bühne Tiefe und bringen Dynamik in die Handlung, wenn sich Alice in die Kaninchenhöhle begibt und eine animierte Spirale den Zuschauer ins Wunderland hypnotisiert.

Delattre mischt klassische Ballett-Elemente mit modernen Einschnitten. Die Musik ist von Davidson Jaconelle eigens für das Tanzstück komponiert. Im Wesentlichen konzentriert sich die Vorstellung auf die zentralen Charaktere des Wunderlandes und ihre Figurenzeichnung. Mit Liebe zum Detail bringen die Tänzer die Eigenarten ihrer Rollen zum Ausdruck. Das weiße Kaninchen fungiert als Strukturgeber des Stücks.

Exzentrik und Launenhaftigkeit

Während es im Original eher ein hastiger Zeitgenosse ist, nimmt es sich Zeit zum spielerischen Pas de deux. Die Herzkönigen besticht mit Exzentrik und Launenhaftigkeit. Steht sie beim Spitzentanz nicht im Mittelpunkt, lässt sie ihren Kartensoldaten die Knie schlottern. Die Inszenierung hat viele ausgelassene, verrückte Momente, stimmt zeitweilig aber auch nachdenklich und ernst: Delattre kreiert eine Schattenversion des weißen Kaninchens und lässt Alice im Wald mit düsteren Schmetterlingswesen ringen.

Obwohl nur elf Darsteller an der Inszenierung beteiligt sind, wirkt es oft so, als seien es viel mehr. Mélanie Andre bekommt am Ende noch ein Solo, bei dem sie die Geschehnisse als Alice im Wunderland nachtanzt. Mit verträumtem Blick geht sie die Begegnung mit dem Kaninchen noch einmal durch und lässt das Publikum mit neuen Eindrücken zurück.

Zuletzt war die Dance Company mit „Momo“ und „Notre-Dame de Paris“ im Stadttheater zu sehen. Auch dieses Mal überzeugte sie vollends. Für das Stadttheater war es die letzte Abendvorstellung vor dem Lockdown.

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