Stadt plant entzerrtes Weihnachtslicht mit Zugangskontrollen bis zum 6. Januar
Der Baum soll auf den Rathausplatz

Herford (WB). Während andere Kommunen das Thema bereits ad acta gelegt haben, treibt Herford die Planungen voran: Auch in diesem Advent soll es – Stand jetzt – ein Weihnachtslicht geben. Klar ist aber: Es wird sich einiges ändern.

Samstag, 17.10.2020, 06:00 Uhr
Der Baum gilt als Wahrzeichen des Weihnachtslichtes: Statt wie bisher auf dem Alten Markt soll er auf dem Rathausplatz aufgestellt werden. Foto: Moritz Winde

Was sich manche Herforder seit Langem wünschen, könnte nun Realität werden. Erstmals nämlich soll der Rathausplatz integriert und damit eine Entzerrung erreicht werden. Die Gleichung: mehr bespielte Plätze bei weniger Buden und Besuchern unter Einhaltung der AHAL-Regeln. Dadurch soll das Infektionsrisiko minimiert werden.

Plätze werden eingezäunt

Die einzelnen Innenstadt-Plätze sollen eingezäunt werden, Sicherheitspersonal soll die Zugänge kontrollieren. Derzeit wird geprüft, welcher Platz wie viele Gäste aufnehmen darf. Sollten diese Auflagen beachtet werden, sieht Bürgermeister Tim Kähler keinen Grund, nicht am Konzept festzuhalten. „Wir haben es alle selbst in der Hand, ob es ein Weihnachtslicht geben wird.“ Eine endgültige Entscheidung will der 52-Jährige in zehn Tagen nach seinem Urlaub treffen.

Zurück zum Rathausplatz: Das Areal zwischen Markthalle und Verwaltungssitz spielt sogar eine entscheidende Rolle bei den Berechnungen, wie ein vernünftiges Weihnachtslicht klappen könnte. Denn gegenüber dem Bürgermeisterbalkon soll die XXL-Tanne samt Ravensberger Himmelspforte aufgebaut werden. Schausteller Björn Laffontien bestätigt entsprechende Informationen dieser Zeitung: „Unsere Überlegungen gehen in diese Richtung – vorausgesetzt der Markt findet statt.“

Um Irritationen zu vermeiden, die Beschicker des Wochenmarktes könnten vertrieben werden, stellt Pro-Herford-Chef Frank Hölscher klar: „Der Rathausplatz ist groß genug und bietet optimale Voraussetzungen. Wochenmarkt und Weihnachtsmarkt sind möglich. Wir wollen die beste Lösung für alle finden.“

Sollte die Zahl der Infizierten wie in vielen Nachbarstädten aber auch im Wittekindkreis durch die Decke gehen, dürfte das Weihnachtslicht erloschen sein, bevor es am 23. November erstrahlt. Für diesen Fall verspricht Björn Laffontien: „Der Baum kommt auf jeden Fall. Er wird dann geschmückt und mit Lebenslichtern behängt als Zeichen der Hoffnung wie immer auf dem Alten Markt aufgestellt.“ Wer die Kosten dafür trage, müsse man sehen.

Stadt erlässt Standgebühren

Falls coronamäßig aber alles relativ entspannt bleibt, soll das Weihnachtslicht in die Verlängerung gehen. Dann soll erst am 6. Januar Schluss sein mit dem bunten Treiben in der Fußgängerzone. Tim Kähler: „Dadurch haben wir einen Puffer, falls es zu einem zwischenzeitlichen Lockdown kommen sollte.“

Björn Laffontien hofft, dass die Advents-Veranstaltung stattfindet. „Für uns Schausteller geht es ums nackte Überleben. Vielen steht wirtschaftlich das Wasser bis zum Hals. Ich alleine verbrenne jeden Monat 5000 Euro. Lange kann ich das nicht mehr durchhalten.“

Um den Buden-Betreibern – das Weihnachtsgeschäft macht einen großen Teil ihres Jahresumsatzes aus – entgegen zu kommen, will die Stadt wie bei den Gastronomen auf Standgebühren verzichten. Und nicht nur das: „Auch das Sicherheits- und Hygienekonzept wollen wir bezahlen“, sagt Tim Kähler. Der Bürgermeister sieht diese Investition – es geht um einen fünfstelligen Betrag – als Wirtschaftsförderung.

Das letzte Wort aber hat die Politik. Der Rat müsste dem Vorschlag der Verwaltung in seiner Sitzung am 6. November zustimmen.

Zwischen Hoffen und Bangen: Schausteller Björn Laffontien will dafür sorgen, dass auch in diesem Advent ein XXL-Weihnachtsbaum in der Innenstadt leuchtet. Das passende Exemplar – eine 19 Meter hohe Tanne – hat der 50-Jährige in einem Garten zwischen Herford und Bünde gefunden.

Zwischen Hoffen und Bangen: Schausteller Björn Laffontien will dafür sorgen, dass auch in diesem Advent ein XXL-Weihnachtsbaum in der Innenstadt leuchtet. Das passende Exemplar – eine 19 Meter hohe Tanne – hat der 50-Jährige in einem Garten zwischen Herford und Bünde gefunden. Foto: Moritz Winde

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