Bildungscampus Herford: Für die ersten 50 Schüler beginnt der Unterricht
Auf geht’s ins Abenteuer Pflege!

Herford (WB). „Es ist ein Träumchen – und wir sind ein Teil davon!“, sagt Andreas Fritsche. Der 57-Jährige leitet die neue Pflegeschule auf dem Herforder Bildungscampus. Noch sind nicht alle Umzugskartons ausgepackt – der Unterricht aber hat bereits begonnen.

Samstag, 10.10.2020, 06:00 Uhr
a ist das Herz: Kursleiterin Petra Skrzypek und Schüler Jonas Berg unterhalten sich am Modell über den Aufbau des menschlichen Körpers. 25 Azubis werden in dieser Klasse unterrichtet. Ende November beginnt für sie im HDZ der erste Praxisblock. Foto: Moritz Winde

Es ist gar nicht so lange her, da haben Kliniken versucht, Fachkräfte offensiv abzuwerben. In einer immer älter werdenden Gesellschaft und bei den modernen Möglichkeiten der Medizin, muss man kein Hellseher sein, um zu wissen: Die Pflegesituation wird sich zuspitzen. Statt sich die Leute aber gegenseitig abzuwerben, wird ein anderer Schritt begangen, der in der Region einmalig ist.

Schulleiter Andreas Fritsche hat den Beruf der Krankenpflege von der Pike auf gelernt.

Schulleiter Andreas Fritsche hat den Beruf der Krankenpflege von der Pike auf gelernt. Foto: Moritz Winde

Zum Start der generalistischen Pflegeausbildung hatten die Schulen für Pflegeberufe Herford-Lippe – Träger sind die Kliniken Lippe und Herford –, das Herzzentrum Bad Oeynhausen sowie das Lukas-Krankenhaus im Juni einen Vertrag zur gemeinsamen Ausbildung geschlossen.

„Durch diese Kooperation wachsen wir zu einer der größten Pflegeschulen in NRW heran – ein wichtiger Schritt zur Förderung des dringend benötigten Nachwuchses“, fassen die Vertragspartner Roland von der Mühlen (Lukas-Krankenhaus), Thomas Fehnker (HDZ) sowie die Chefs der Schulen Bastian Flohr und Andreas Zeisberg zusammen.

Am 1. Oktober hat das Abenteuer Pflege für 50 Frauen und Männer begonnen – und zwar in der ehemaligen Lister-School auf dem Bildungscampus. Innerhalb von fünf Monaten hat das HDZ das Gebäude renoviert und umgebaut – Kosten: eine halbe Million Euro. Den Azubis und Lehrkräften stehen nun auf 1700 Quadratmetern ausreichend lichtdurchflutete Klassen- und Demonstrationsräume zur Verfügung – optimale räumlichen Bedingungen also.

Pädagogin Ann-Christin Schroll im Gespräch mit Azubis des Lukas-Krankenhauses.

Pädagogin Ann-Christin Schroll im Gespräch mit Azubis des Lukas-Krankenhauses. Foto: Moritz Winde

Auch die Qualität der Ausbildung soll durch den Verbund gestärkt werden. „Durch die Zusammenarbeit mit den Kollegen der weiteren Standorte können wir auf einen gemeinsamen Erfahrungsschatz zurückgreifen und damit die Lehre verbessern“, sagt Schulleiter Andreas Fritsche. Im April, August und Oktober starten die nächsten Kurse, mittelfristig sollen in der Lister-School 300 Schüler unterrichtet werden.

Landrat Jürgen Müller will auf dem Stiftberg einen Gesundheits-Campus aufbauen mit Ausbildungen in verschiedenen medizinischen Bereichen – nach dem Motto: „Junge Menschen aus der Region für die Region.“ Die Pflegeschule ist also nur der Anfang.

Die Initiatoren und Kooperationspartner der Pflegeschule: Landrat Jürgen Müller (vorne) spricht von einem wichtigen Schritt für die Region im Hinblick auf den Fachkräftemangel.

Die Initiatoren und Kooperationspartner der Pflegeschule: Landrat Jürgen Müller (vorne) spricht von einem wichtigen Schritt für die Region im Hinblick auf den Fachkräftemangel. Foto: Moritz Winde

Das sagen Azubis

Lisa Broszeit (24) aus Bünde, Lukas-Krankenhaus: „Ich habe großes Interesse an Krankheiten, wie sie entstehen und wie man sie behandelt. Und ich habe ein Helfersyndrom. Am liebsten würde ich alle Leute gesund zaubern. In der Pflege kann ich dies wunderbar miteinander kombinieren. Gerne würde ich später in der Psychiatrie arbeiten. Zuvor war ich übrigens Fitnesstrainerin und Sozialassistentin.“

Lisa Broszeit (24) aus Bünde, Lukas-Krankenhaus: „Ich habe großes Interesse an Krankheiten, wie sie entstehen und wie man sie behandelt. Und ich habe ein Helfersyndrom. Am liebsten würde ich alle Leute gesund zaubern. In der Pflege kann ich dies wunderbar miteinander kombinieren. Gerne würde ich später in der Psychiatrie arbeiten. Zuvor war ich übrigens Fitnesstrainerin und Sozialassistentin.“ Foto: Moritz Winde

Connor Wamser (19) aus Bad Salzuflen, HDZ: „Wir haben meinen Opa bis zu seinem Tod gepflegt. So traurig es war: Ich habe bemerkt, wie sehr es mir Freude bereitet, anderen Menschen zu helfen. Außerdem bin ich an medizinischen Themen interessiert. In der Pflege kann ich beides kombinieren. Die Pflegeschule auf dem Campus bietet tolle Voraussetzungen zum Lernen. Ich freue mich, dabei zu sein.“

Connor Wamser (19) aus Bad Salzuflen, HDZ: „Wir haben meinen Opa bis zu seinem Tod gepflegt. So traurig es war: Ich habe bemerkt, wie sehr es mir Freude bereitet, anderen Menschen zu helfen. Außerdem bin ich an medizinischen Themen interessiert. In der Pflege kann ich beides kombinieren. Die Pflegeschule auf dem Campus bietet tolle Voraussetzungen zum Lernen. Ich freue mich, dabei zu sein.“ Foto: Moritz Winde

Tanja Hemeier (45) aus Bünde, Lukas-Krankenhaus: „Ich habe 17 Jahre als Friseurin gearbeitet, dann als Busfahrerin und zuletzt als Schulassistentin mit behinderten Kindern. Vom Pflegeberuf erhoffe ich mir, eigenständig und vielseitig arbeiten zu können. Angst davor, ich könnte zu alt sein, habe ich nicht. Ich muss ja noch 20 Jahre arbeiten. Und wenn ich es jetzt nicht mache, wann dann?“

Tanja Hemeier (45) aus Bünde, Lukas-Krankenhaus: „Ich habe 17 Jahre als Friseurin gearbeitet, dann als Busfahrerin und zuletzt als Schulassistentin mit behinderten Kindern. Vom Pflegeberuf erhoffe ich mir, eigenständig und vielseitig arbeiten zu können. Angst davor, ich könnte zu alt sein, habe ich nicht. Ich muss ja noch 20 Jahre arbeiten. Und wenn ich es jetzt nicht mache, wann dann?“ Foto: Moritz Winde

Hilal Karabal (33) aus Bad Oeynhausen, HDZ: „Meine Tochter musste mit sechs Monaten am offenen Herzen operiert werden. Daher habe ich eine besondere Beziehung zum Herzzentrum, den Leuten dort bin ich sehr dankbar. Ich habe mal eine Kosmetik-Lehre begonnen, dann eine Qualifizierung zur Tagesmutter gemacht. Mein Interesse für die Pflege und die Menschen ist schon immer sehr groß.“

Hilal Karabal (33) aus Bad Oeynhausen, HDZ: „Meine Tochter musste mit sechs Monaten am offenen Herzen operiert werden. Daher habe ich eine besondere Beziehung zum Herzzentrum, den Leuten dort bin ich sehr dankbar. Ich habe mal eine Kosmetik-Lehre begonnen, dann eine Qualifizierung zur Tagesmutter gemacht. Mein Interesse für die Pflege und die Menschen ist schon immer sehr groß.“ Foto: Moritz Winde

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