Erinnerung an Robert Grünewald in der Herforder Kirchgasse
Schülerinnen sammeln Spende für Stolperstein

Herford (WB). Nachdem Steinmetz Heinz-Werner Horn den Stolperstein zum Gedenken des jüdischen Kaufmanns Robert Grünewald verlegt und gereinigt hatte, gab es spontanen Applaus von den Schülerinnen des Elisabeth-von-der-Pfalz-Berufskollegs. Dabei hätten sie den größeren Applaus selbst verdient, haben sie doch die Patenschaft des Steins übernommen, der an einen Herforder erinnert, der zur Zeit des Nationalsozialismus zunächst nach Riga deportiert und später im KZ Stutthof im Alter von 43 ermordet wurde.

Freitag, 09.10.2020, 16:20 Uhr aktualisiert: 09.10.2020, 18:34 Uhr
Im Anschluss an den Gottesdienst versammelten sich Schülerinnen des Elisabeth-von-der-Pfalz-Berufskollegs in der Kirchgasse. Steinmetz Heinz-Werner Horn setzte dort den Stolperstein, der an den jüdischen Kaufmann Robert Grünewald erinnert. Foto: Ralf Meistes

„Wir haben bei einem Rundgang mit Schülern des Berufskollegs auf das Schicksal der Familie Grünewald aufmerksam gemacht. Als die Schülerinnen und Schüler dann sahen, dass es von Robert Grünewald noch keinen Stolperstein gab, sind sie aktiv geworden“, berichtet Stadtarchivar Christoph Laue.

Der neue Stolperstein liegt über dem von Rosie Grünewald in der Straße Kirchgasse 4. Das Haus, in dem beide lebten, bevor sie im Dezember 1941 nach Riga deportiert worden sind, existiert nicht mehr. Dank der Aktion des Künstlers Gunter Demnig gerät ihr Schicksal aber nicht in Vergessenheit beziehungsweise wird den Passanten wieder in Erinnerung gerufen.

124. Stolperstein in Herford

Die Schüler des evangelischen Berufskollegs haben ihren Gottesdienst im Sommer genutzt, um die Spende für den Stolperstein zu sammeln. Die Schülersprecherinnen Verena Schäffer und Emilia Held erinnerten an die Verschleppung der Familie Grünewald. Während der Zeit des Nationalsozialismus zu Nummern degradiert, würden den Opfern mit der Kunstaktion von Gunter Demnig die Namen zurückgegeben.

Um die Inschriften auf den Steinen, die mit der Zeit verwittern, lesen zu können, müssten sich die Betrachter bücken. Auch dies sei ein Zeichen, den Opfern zu gedenken. In Herford liegen insgesamt 124 Stolpersteine, davon nun 108 für Menschen jüdischer Abstammung. Die Verlegung des Stolpersteins fand im Anschluss an den Schulgottesdienst statt. Draußen, auf dem Parkplatz hinter der Jakobikirche, wurden noch zwei Lieder gesungen. An der Veranstaltung nahm auch Superintendent Olaf Reinmuth teil.

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