Auch in der Corona-Krise lädt der Herforder Mittagstisch zur kulinarischen Woche ein
Profiköche tischen Bedürftigen auf

Herford (WB). Sie haben derzeit gewiss andere Sorgen. Trotzdem spendieren heimische Gastronomen auch in diesem Jahr eine ganz Woche lang Bedürftigen eine warme Mahlzeit: Der Herforder Mittagstisch lädt von Montag bis Freitag, 12. bis 16. Oktober, erneut zur kulinarischen Woche ein.

Freitag, 09.10.2020, 05:40 Uhr aktualisiert: 09.10.2020, 09:36 Uhr
Sie laden zur kulinarischen Woche ein (von links): Ludger Dwertmann-Soth (Vorstand), Hans-Jörg Dunker, Andreas Müller, Henry Althoff, Birgit Nolte-Kristen und Barbara Firidin. Foto: Bexte

„In diesem denkwürdigen Jahr machen wir das bereits zum zehnten Mal“, sagt Mittagstisch-Leiterin Barbar Firidin. Zum Feiern ist den Mittagstisch-Verantwortlichen aber nicht zumute. Die Corona-Pandemie wirkt sich auch auf das Angebot der Einrichtung an der Hermannstraße 16 aus. „Früher hatten wir hier 60 Plätze, wegen der Abstandsregelung sind es jetzt nur noch 23“, sagt Birgit Nolte-Kristen vom Vorstand des Vereins. Entsprechend geringer sei der Besuch. „An einem guten Tag geben wir etwa 30 Essen aus“, bilanziert Firidin.

Mit der anstehenden „kulinarischen Woche“ stehe jetzt der erste Höhepunkt des Jahres an. Alle anderen seien wegen Corona ausgefallen.

Längere Öffnungszeiten

Zum Auftakt kredenzt das Mittagstisch-Team am Montag – für die Gastronomen ist dann Ruhetag – Frikadellen mit Kohlrabi, Salzkartoffeln und heller Soße, am Dienstag folgt Henry Althoff (Pfennigskrug) mit westfälischem Grünkohl, am Mittwoch Andreas Warkentin (Partyservice Strauch) mit Grillhaxe, Kartoffelstampf und Sauerkraut, am Donnerstag Hans-Jörg Dunker (Am Osterfeuer) mit Steckrübeneintopf und am Freitag Andreas Müller (Pfälzer Weinstube) mit Kartoffelgratin.

Anders als sonst – üblicherweise kostet eine Mahlzeit ein Euro – ist für die Besucher alles kostenfrei. „Wir rechnen mit 40 bis 45 Gästen pro Tag“, sagt Firidin. Um einen möglichen Andrang zu entzerren, öffnet der Mittagstisch deshalb eine halbe Stunde früher, also um 12 Uhr. Die heimischen Köche geben bis 13.30 Uhr kostenfreie Essen aus. Die Besucher müssen die üblichen Hygieneauflagen einhalten: Hände desinfizieren, auf dem Weg zum Tisch Maske tragen, Abstand halten.

Kommentar von Bernd Bexte

Sie hätten allen Grund zum Jammern. Kaum eine Branche hat die Corona-Krise so heftig getroffen wie die Gastronomie. Doch was machen die heimischen Köche? Sie denken an Menschen, denen es noch schlechter geht, und laden sie zu einem kostenlosen Essen ein. Das verdient allerhöchsten Respekt. Umso mehr, da sie das bereits im zehnten Jahr machen. So lange gibt es die Aktion des Mittagstisches schon. Für alle, die darauf nicht angewiesen sind, sollte das vielleicht ein Anlass sein, mit einem Restaurantbesuch die Gastronomie zu unterstützen.

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