Auflagen lassen Herforder Eugen Laschinski so langsam resignieren – Bußgeld wegen Spielzeug
XXL-Spielplatz steht auf der Kippe

Herford (WB). Der Besuch der Guinness-Kommission ist erst einmal abgeblasen. Der an der Diebrocker Straße geplante Bau eines XXL-Spielplatzes samt Sandkasten steht auf der Kippe. Landschaftsgärtner Eugen Laschinski sei kurz davor, zu resignieren: „Die Stadt stellt immer neue Auflagen. Ich weiß nicht mehr, wie ich das alles stemmen soll.“

Mittwoch, 07.10.2020, 09:07 Uhr aktualisiert: 07.10.2020, 09:18 Uhr
Landschaftsgärtner Eugen Laschinski möchte an der Diebrocker Straße ein Spielparadies schaffen. Die Stadt drängt auf Einhaltung von Bauordnungs-Vorgaben. Foto: Kathrin Weege

Die Idee ist ihm während des Lockdowns gekommen, als nicht einmal mehr Kinder auf die öffentlichen Spielplätze durften. Seinen eigenen und den Nachbarskindern wollte Laschinski auf 200 Quadratmetern ein kleines Spielparadies errichten, mit einem gigantischen, 60 Quadratmeter großen und mit 15 Tonnen Sand gefüllten Sandkasten, mit Trimmpfad, Feuerwehrauto und Waschbärgehege. Im Juni legte Laschinski los, im Juli legte ihm die Stadt den Bauplatz still. Er sollte einen Bauantrag stellen und ihn samt Entwurfsplan, Brandschutzplan und statischen Nachweisen einreichen. Ein Architekt, eine Statikerin und ein Sachverständiger für Spielplatzsicherheit erledigten diese Aufgaben für Laschinski – unentgeltlich, weil sie sein Projekt fantastisch finden.

Zahl und Standort der Bäume

Doch damit war es offenbar nicht getan. In einem neuen Bescheid wird Laschinski aufgefordert, einen von einem staatlichen Vermessungsingenieur erstellten Lageplan einzureichen, aus dem auch Zahl und Standorte der Bäume auf dem Grundstück hervorgehen. Die Stadt verbietet den Einbau eines WCs in einem Nebengebäude, weil das sonst zu einem Hauptgebäude würde. Das gewünschte Baumhaus wird auch abgelehnt. Laschinski: „Der Architekt hat alles millimetergenau ausgemessen und in einen Lageplan eingetragen. Der Stadt liegt also alles vor. Ein Vermessungsingenieur würde mich 3500 Euro zusätzlich kosten.“ Bei den Bäumen handele es sich bis auf eine Birke um Obstbäume, die nicht unter die Bauschutzsatzung fielen.

Darüber hinaus flatterte Laschinski ein Bußgeldbescheid über 250 Euro ins Haus, weil Mitarbeiter der Bauordnung bei einem Besuch Spielzeug auf dem Platz entdeckt hätten. Sie schlossen daraus, dass gegen die Stilllegung verstoßen werde. Außerdem sei Baumaterial dort gelagert. Laschinski: „Das Spielzeug stammt von meinen Kindern, die ganz normal im Garten gespielt haben. Das Baumaterial haben mir Obi und Toom zur Verfügung gestellt. Ich muss es doch irgendwo lagern, bevor ich loslegen darf.“ Laschinski fühlt sich schikaniert.

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