Stadt Herford investiert in Wilhelmsplatz und Schillerbrücke fast sechs Millionen Euro
Platz mit Postkartenidylle

Herford (WB). Sechs Millionen Euro hat die Stadt Herford in die Neugestaltung des Wilhelmsplatzes und den Neubau der Schillerbrücke investiert. Ende dieses Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Entstanden ist ein Platz zwischen Aa und Werre, der zum Spaziergang einlädt, Kindern Raum zum Spielen gibt und Passanten die Möglichkeit bietet, die Parkatmosphäre von einer der vielen Bänke aus zu genießen.

Donnerstag, 01.10.2020, 05:45 Uhr aktualisiert: 01.10.2020, 08:53 Uhr
Der Fußgänger im Mittelpunkt: Beigeordneter Dr. Peter Böhm geht über die neue Pflasterung der Promenade. Bis Ende des Jahres wird der Wilhelmsplatz fertiggestellt sein. Die ehemalige Straße für den Autoverkehr ist an den Rand verlegt worden. Foto: Ralf Meistes

„Wir haben bislang viele positive Rückmeldungen auf die Platzgestaltung erhalten“, sagt Beigeordneter Dr. Peter Böhm. Dabei gab es anfangs von Anliegern auch Kritik. Schließlich wurden einige Dutzend Bäume gefällt und der Parkraum für Autos verringert. Außerdem sind seit dem Beschluss zur Umgestaltung bis zur Umsetzung fünf Jahre vergangen. Aber vor allem der Abriss und Neubau der Schillerbrücke war komplizierter als erwartet.

Gelungene Neugestaltung

Doch der Platz sollte wieder das werden, was er ursprünglich einmal war: Eine Promenade zwischen Schillerbrücke und dem Werreufer am Lübbertorwall. Die Neugestaltung des Wilhelmsplatzes ist ein Teil der Verbindungsachse Marta-Innenstadt. Seit der Eröffnung des Museums Marta 2005 bestand der Plan, nach der künstlerischen Gestaltung der Goebenstraße mit der Kugel des Künstlers Luciano Fabro den weiteren Weg Richtung Innenstadt neu zu gestalten. Am Rande dieses Weges lag der Wilhelmsplatz. Mit der gelungenen Neugestaltung rückt er aber eher ins Zentrum der Verbindungsachse.

Durch die Schaffung neuer Wegeverbindungen und die Entfernung etlicher Büsche wirkt der Platz strukturierter, aufgeräumter. Der Fußgänger stand im Zentrum der Planung, was auch daran deutlich wird, dass die Straße für die Autos an den Rand des Platzes verlegt worden ist. Neben der Wiese, auf der Kinder Fußball oder Badminton spielen können, befinden sich drei, in den Boden eingelassene Trampoline. Außerdem gibt es einige Kletterpferde sowie einen Balancierbalken. „Es sollte hier schon ein Angebot für alle Generationen geschaffen werden“, sagt Dr. Böhm.

Bank als Bühne

Auf einer kleinen Fläche in Richtung Steintorwall gibt es Platz für Kleinkunst. Dort sind einige Bänke bewusst etwas breiter gestaltet. „Solo-Künstler können die Bank dann als Bühne nutzen“, erläutert der Baudezernent.

Auch die Gewässer sollten durch die Umgestaltung wieder mehr in den Blickpunkt rücken. So schließt sich an die Schillerbrücke ein Balkon an, von wo aus man auf die Aa und den neuen Gastronomiebetrieb von Lars Uhlen, das „Wohnzimmer“, blickt.

Sitzen und genießen

Am anderen Ende des Platzes kann man sich abends mit einem kleinen Picknick auf die dortigen Stufen setzen, und den Blick auf die Werre genießen, die sich durch die Landschaft schlängelt. Ursprünglich sollte hier eine echte Treppenanlage mit vielen Stufen die Uferböschung hinab führen. Doch damit die Anlage auch behindertengerecht ausgebaut wird, hätte der Ausbau üppiger ausfallen müssen, als ursprünglich geplant. So stark wollten die Planer in die Uferböschung dann doch nicht gestalterisch eingreifen.

Bei den Kosten sei man im Wesentlichen im Rahmen geblieben, heißt es. Für die Platzgestaltung waren mal drei Millionen Euro veranschlagt. Tatsächlich sind es 3,4 Millionen Euro geworden. Für den Bau der Brücke waren mal 950.000 Euro veranschlagt. „Das waren die reinen Baukosten“, sagt Uwe Werner, Leiter der Tiefbauabteilung. Hinzu gekommen sind die Ingenieurkosten und weitere Mehrkosten, so dass der Brückenneubau am Ende 2,5 Millionen Euro kostet.

Kommentar

Die Idee, das Museum Marta mit der Innenstadt zu verbinden, und den Weg über Schillerstraße, Arndtstraße und Stephansplatz neu zu gestalten, ist so alt wie die ersten Überlegungen für das Museum selbst.

Nach der Installation von „La Palla“, der Kugel des Künstlers Luciano Fabro am Kreisel Goebenstraße/Schillerstraße, hat es aber 15 Jahre gedauert, bis der nächste Abschnitt fertiggestellt werden konnte. Macht die Stadt in diesem Tempo weiter, würde die Verbindungsachse zum Rathausplatz wohl erst 2045 abgeschlossen sein.

Aber auch wenn die Neugestaltung des Platzes sowie der Neubau der Schillerbrücke länger gedauert haben als geplant, es hat sich gelohnt. Herford gewinnt einen Platz mit Postkartenidylle, der für Jung und Alt gestaltet worden ist. Bereits im kommenden Sommer werden viele Herforderinnen und Herforder die Möglichkeit haben, sich auf die Stufen am Werreufer oder am Balkon der Schillerbrücke hinzusetzen, um diesen Teil des grünen Stadtgürtels zu genießen. Den Planern ist eine tolle Neugestaltung gelungen. Ralf Meistes

 

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