Kommentar: Juristische Erfolge Verdis könnten für ständige Ruhe im Handel sorgen
Sonntagsruhe in der Innenstadt

Herford (HK). Verdi eilt am Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster von Sieg zu Sieg. Der erfolgreiche Einsatz für die Sonntagsruhe trifft die Einzelhändler in den Innenstädten, die ohne Corona problemlos drei- oder viermal im Jahr ihre Läden auch an Sonntagen hätten öffnen dürfen.

Sonntag, 27.09.2020, 00:00 Uhr aktualisiert: 27.09.2020, 12:04 Uhr
Am Sonntag bleiben die Tüten im Laden. Nicht nur in Herford hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi erfolgreich gegen verkaufsoffene Sonntage geklagt. Foto: dpa

Nicht einmal die Kirchen, die obersten Wächter der Sonntagsruhe, haben in diesen schwierigen Tagen etwas dagegen, wenn die Einzelhändler noch ein paar Sonntagnachmittage in diesem Jahr nutzen würden. Verdis Erfolge versetzen den im Überlebenskampf steckenden Einzelhändlern einen weiteren Schlag.

Ein Überlebenskampf, den sich kaum noch der Sohn oder die Tochter einer Herforder Einzelhandelsfamilie antut. Während ihr in vielen, vielen Stunden erzielter Gewinn immer weiter schrumpft, nimmt der Frust über den Steuer- und Abgabendschungel, über Vorschriftenwahn, Datenschutz, Arbeitsrecht, weggeplante Parkplätze und drangsalierende Gewerkschaften immer stärker zu. Kleinkarierte Verwaltungs-, Kontroll- und Umverteilungsmechanismen töten den letzten Spaß an der Selbstständigkeit. Hinzu kommen die Corona-Auflagen. Wenn die Händler eines Tages aufgeben, herrscht in den Innenstädten bald auch unter der Woche Sonntagsruhe.

Statt immer nur zu verbieten, sollte das OVG einmal festlegen, wie der „Anlass“ in Coronazeiten beschaffen sein muss, der einen verkaufsoffenen Sonntag rechtfertigt. Die Stadt Gütersloh lässt es im November mit der Aktion „Lesestadt“ einmal darauf ankommen. Bei der lesen Autoren an verschiedenen Orten in der Innenstadt vor. Kulturelle Anlässe sind hier doch auch zu finden.

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