65 Jobs in Herford betroffen – Logistik wird nach Polen verlagert
Ahlers baut 80 Arbeitsplätze ab

Herford (WB). Der Arbeitsplatzabbau in der ostwestfälisch-lippischen Modeindustrie setzt sich fort. Am Dienstag gab die Herforder Ahlers AG bekannt, dass sie 80 Stellen streichen wird. 65 Arbeitsplätze entfallen davon auf den Standort des Unternehmens in Herford.

Dienstag, 22.09.2020, 20:13 Uhr aktualisiert: 23.09.2020, 09:34 Uhr
Die Ahlers-Firmenzentrale in Herford.

In diesem Zusammenhang wird Ahlers, das am Markt mit den Marken Pierre Cardin, Baldessarini, Pionier und Otto Kern auftritt, sowohl Logistikleistungen als auch die Modellabteilung von Pionier Workwear vom Standort Herford nach Polen verlagern. Die Logistik wird noch bis zum 31. Mai 2021 weiter aktiv sein, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens vom Dienstag.

Dem Vernehmen nach sind erste Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen bereits aufgenommen worden. Die Zahl der betriebsbedingten Kündigungen solle so gering wie möglich gehalten werden. Stattdessen will sich der Vorstand auf freiwillige Teilzeitmodelle, Altersteilzeit, Nutzung natürlicher Fluktuation und interne Umbesetzungen fokussieren. Um das Ganze zu finanzieren, würden noch im laufenden Geschäftsjahr Rückstellungen von 3,5 Millionen Euro gebildet.

Umsatz in der Corona-Krise auf weniger als die Hälfte gesunken

Begründet wird der Arbeitsplatzabbau mit den corona-bedingten großflächigen Geschäftsschließungen im Bekleidungshandel in diesem Frühjahr. Sie führten in den Monaten März bis einschließlich Mai bei Ahlers zu einem Umsatzrückgang um 58 Prozent von 46,3 auf 19,5 Millionen Euro. Im zweiten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres hatte die AG noch 46,3 Millionen Euro erwirtschaftet.

Insgesamt ging der Umsatz in den ersten sechs Monaten 2019/20 um ein Drittel von 105,3 Millionen Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres auf 70,7 Millionen Euro zurück. Das E-Commerce-Geschäft sei zwar gewachsen, haben den Rückgang aber nicht auffangen können. Ahlers geht davon aus, dass auch 2021 noch nicht das Umsatzniveau des Jahres 2019 erreichbar werden kann.

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