Bilanz der Corona-Badesaison 2020 in Herford – höherer Aufwand, wichtiger denn je
Freibäder büßen Hälfte ihrer Gäste ein

Herford (HK). Die Corona-Krise hat die Besucherzahlen in den Herforder Freibädern halbiert. In den wegen des zeitweiligen Lockdwons eingeschränkten Öffnungszeiten zwischen dem 15. Juni und 30. August suchten 22.513 Gäste das Feibad im kleinen Felde, 21.150 Gäste das Freibad in Elverdissen (bis 6. September) auf.

Samstag, 19.09.2020, 05:05 Uhr aktualisiert: 19.09.2020, 05:10 Uhr
Security-Kräfte wachen im Freibad im kleinen Felde über die Einhaltung der Abstandsregeln. Auch das ist so ein Bild, das es wohl nur in der Corona-Badesaison 2020 gegeben haben dürfte. Übrigens hat sich das gechlorte Wasser als überaus sicherer Ort vor einer Ansteckung mit Covid 19 ergeben. Foto: Kathrin Weege

In beiden Bädern registrierten die Stadtwerke Herford im vergangenen Jahr über einen längeren Zeitraum mehr als doppelt so viele Besucher. Markus Diering leitet die Freizeiteinrichtungen der Stadtwerke Herford: „Der Rückgang ist auf die Zugangsbeschränkungen zurückzuführen. Statt 3000 durften nur 650 Gäste pro Tag ins Freibad Elverdissen. Der Bedarf war viel höher .“

Der Besucherschwund könne nicht eins zu eins auf das Betriebsergebnis heruntergerechnet werden. Zum einen seien wegen der Auflagen weniger Saisonkarten, dafür aber mehr Tageskarten verkauft worden. Zum anderen sei der Personalaufwand trotz geringerer Öffnungszeiten höher gewesen. Diering: „Das begann schon an der Kasse, an der die Gäste nicht mal eben eine Karte am Automaten ziehen konnten.“ Statt dessen habe jeder einzelne Gast mit Namen und Adresse erfasst werden müssen. Die Kasse habe also während der gesamten Zeit besetzt sein müssen: „Sonst setzen wir unsere Mitarbeiter dort nur während der absoluten Spitzenzeiten ein.“

Security am Beckenrand

Sowohl vor dem Badeingang als auch auf dem Freibadgelände sei Security-Personal eingesetzt worden. Diesmal nicht wegen randalierender Jugendlicher, sondern um die Einhaltung der Abstandsregeln zu kontrollieren. Das wiederum habe hin und wieder zu Streitgesprächen geführt: „Die mögliche Familienzugehörigkeit unserer Gäste ist nicht auf den ersten Blick erkennbar, wenn alle nur Badesachen tragen.“

Schließlich sei auch zu den Desinfektionsintervallen regelmäßig Reinigungspersonal vorzuhalten gewesen. Das und ein höherer Materialaufwand werden das zuletzt auf 3,8 Millionen Euro hohe Defizit sämtlicher Freizeiteinrichtungen sicher zu Jahresende steigen lassen.

Der hohe Wert

Allerdings habe das Corona-Jahr auch den hohen Wert der Herforder Freibäder hervorgehoben. Diering: „Für viele Herforder, die nicht in den Urlaub gefahren sind, war es die einzige Möglichkeit, in diesem Jahr überhaupt so etwas wie Urlaubsgefühl zu spüren.“ Das gelte vor allem für Familien mit kleinen Kindern. Die hohe Zahl von bundesweit 117 Badetoten allein im August zeige, wie wichtig es für Kinder sei, schwimmen zu lernen. Ab sofort liefen die Schwimmkurse im H 2 O wieder an.

Die Registrierung der Namen am Eingang habe zu höherer Disziplin auf dem Freibadgelände geführt. Ausraster wie im Juli 2019 im Freibad Elverdissen habe es diesmal nicht gegeben. Übrigens auch keine einzige Infektionsmeldung ans Gesundheitsamt. Die Zusammenarbeit mit dieser Behörde sei hervorragend gewesen.

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