Brandschutzmängel im Stadttheater: Förderverein verweist auf Gutachten von 2015
Kritik am „langen Nichtstun“

Herford (WB). Vorübergehend sah es so aus, als könnte das Stadttheater auf Grund von Brandschutzmängeln die neue Saison nicht regulär eröffnen. Harte Kritik an Politik und Verwaltung äußert daher der Förderverein des Stadttheaters.

Dienstag, 08.09.2020, 05:50 Uhr
Der Förderverein macht sich Sorgen um den Ruf des Herforder Stadttheaters. In einem offenen Brief werden jahrelange Versäumnisse von Politik und Verwaltung bei der Sanierung des in die Jahre gekommenen Gebäudes angeprangert. Foto: Moritz Winde

„Verantwortung nicht gerecht geworden“

In einem offenen Brief, der von der Vorsitzenden Heidrun Münter unterzeichnet worden ist, heißt es: „Der Stadtrat, der Bürgermeister und die Verwaltung haben es über Jahre hin versäumt, aktiv zu werden und in den Bestand des Theatergebäudes zu investieren. Sie sind ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden.“

Spätestens seit dem Gutachten aus dem Jahr 2015 liege eine detaillierte Aufstellung über dringende Erfordernisse bei einer Renovierung vor, heißt es weiter. Das lange Nichtstun habe zu Problemen beim Brandschutz und in der Folge bei der Wiederaufnahme des Spielbetriebs geführt. Dabei sorgen sich die Theaterfreunde auch um das Image der Einrichtung: „Das Hin und Her verunsichert die Zuschauer und schadet dem Ruf des Theaters.“

Aus der Kritik am Umgang mit dem Haus leitet der Verein Forderungen ab. So müsse alles getan werden, dass der Betrieb in den nächsten Jahren störungsfrei und auf gewohntem Niveau fortgeführt werden könne. Was die Zukunft des Theaters angeht, so fordert der Verein von den Politikern und dem Bürgermeister „ein offenes und ehrliches Wort“.

Wer ist zuständig?

Andreas Kornacki, Geschäftsführer der Kultur gGmbH, geht nach wie vor davon aus, dass die Theatersaison trotz der Brandschutzmängel wie vorgesehen eröffnet werden kann: „Wir werden alles dafür tun.“ Vorgesehen ist, dass am Donnerstag Ergebnisse und Zeitplan vorgestellt werden.

Was den Renovierungsstau angeht, so sagt er, dieser sei seit dem Gutachten des Jahres 2015 bekannt. Allerdings stellt sich die Situation seit Beginn der Planungen zum OWL-Forum anders dar. Sollte das neue Gebäude für Theateraufführungen und Konzerte gebaut werden, wäre die Generalsanierung des Theaters nicht mehr notwendig.

Ein anderer Punkt des Briefes dreht sich um die Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten. Diese müssten klarer benannt werden. Deutliche Kritik in diese Richtung hatte auch Herbert Even (Grüne) in der jüngsten Ratssitzung geäußert. Bereits Mitte Februar sei klar gewesen, dass die Brandschutzmängel gravierend seien, kritisierte er die Informationspolitik der Verwaltung.

250.000 Euro hat der Rat für die Beseitigung der Brandschutzmängel bereitgestellt. Dabei geht es vor allem um den Bereich zwischen Eingang und Garderobe. Sollte die Saison Ende nächster Woche starten, wird man auf den Garderoben- und Cateringbereich verzichten.

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