Dieter Falk gastiert mit seinem Sohn in Herford – Anekdoten mit Prominenten
Das erste Konzert nach dem Lockdown

Herford (WB). Dieter Falk war die Freude anzusehen, als er am Samstag vor das Publikum in der Petrikirche trat. „Das ist mein erstes Konzert seit dem Lockdown. Das ist einfach großartig“, sagte der Musiker, der seine rund 80 Zuhörer an diesem Abend auf eine Reise durch sein Leben als Musiker, Komponist, Produzent und als Christ mitnahm. Dabei las er auch aus seiner Biographie „Backstage – Von Pur, Popstars und den zehn Geboten“.

Sonntag, 06.09.2020, 15:47 Uhr aktualisiert: 06.09.2020, 15:50 Uhr
Begleitet von seinem Sohn Max an den Trommeln, interpretiert Dieter Falk am Flügel alte Kirchenlieder. Es war das erste Konzert nach der Corona-Pause. Foto: Stefan Wolff

Und da es sich um eine „Konzertlesung“ handelte und der Autor, der mehr als 50 Goldene Schallplatten bekommen hat, zu den erfolgreichsten Musikproduzent Deutschlands zählt, kam auch die Musik nicht zu kurz.

Das Publikum bekam Klassiker der Kirchenmusik, Gospels und Popmusik zu hören. Als kreativer Freigeist, der sich seine ganze Karriere hindurch über musikalische Grenzen hinwegsetzt, interpretierte Dieter Falk am Flügel die Lieder ganz neu oder fügte sie zu Medleys zusammen und gab ihnen so einen ganz neuen Charakter. Dabei begleitete ihn sein Sohn Max am Schlagzeug.

Juror bei „Popstars“

Im Mai 1986 erfuhr der Musiker das erste Mal, wie seine Art der Musik auf junge Menschen wirkt, musste aber auch die Erfahrung machen, dass er nicht jeden begeistert. „Bei einem Jugendtreffen einer Freikirche spielte ich eine Funky-Version von ‚Nun danket alle Gott‘ und alle tanzten auf den Tischen und klatschten. Bis der Veranstalter den Strom abdrehte.“ 20 Jahre später war er dann neben Nina Hagen und Detlef Soost Juror der Castingshow „Popstars“.

Als jedes Jurymitglied etwas zum Finale beitragen sollte, schlug ihm Nina Hagen vor, einen Choral zu spielen. „Ich hielt das für bescheuert, spielte dann aber doch ein Medley aus ‚Over the rainbow‘ und ‚Nun danket alle Gott‘.

Einige Zeit später lud ihn Stephan Raab ein, bei TV Total aufzutreten, und dann folgten zahlreiche weitere Einladungen. „So schloss sich nach 20 Jahren der Kreis“, erinnerte sich Falk. Jetzt also nicht mehr Stefan Raab, sondern Bodo Ries.

Produzent von „Pur“

Als Musikproduzent arbeitete er unter anderen mit Howard Carpendale, Gitte Henning und Daliah Lavi. Er war dabei, als Pe Werner mit dem Lied „Kribbeln im Bauch“ ihren ersten Hit landete und begleitete als Produzent zehn Jahre lang die Band „Pur“. 2010 gewann ihn dann die „Creative Kirche“ dafür, ein Musical zu komponieren. Unterstützung erhält Dieter Falk dabei von seinem Freund Michael Kunze. Auf das Musical „Die zehn Gebote“ folgte 2017 das Oratorium „Luther“ und in diesem Jahr das Weihnachtsmusical „Bethlehem“.

Hohen Stellwert nehmen im Leben des Musikers die Familie und der Glauben ein. „Zehn Jahre musizierte ich zusammen mit meinen Söhnen Max und Paul. Wir hatten eine schöne Zeit und haben viel zusammen erlebt.“ Das letzte Konzert gab das Trio 2018. Als Christ hält Dieter Falk an seinem „kindlichen Glauben“ fest. Das führe dazu, „dass ich der evangelikalen Kirche nicht fromm genug bin, der evangelischen Landeskirche aber zu fromm bin“.

Zwischen den Einblicken in das Leben eines Kirchenmusikers und Musikproduzenten gab es immer wieder Musikeinlagen. Das Vater-Sohn-Duo interpretierte die „italienischen Konzerte“ von Bach, erinnerte mit Liedern aus dem Lieberbuch „Die Mundorgel“ alle Über-Fünfzigjährigen an ihre Jugend und kombinierte „Oh happy day“ mit „Lobet den Herrn“.

Erfreut: Gemeinsam nehmen Vater und Sohn des Publikumsapplaus entgegen.

Erfreut: Gemeinsam nehmen Vater und Sohn des Publikumsapplaus entgegen. Foto: Stefan Wolff

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