Zwei Häuser, eine Einrichtung: Platz für 150 Kinder an der Amselstraße
Herfords größte Kita startet

Herford (WB). Welche Bedeutung das Wort Vielfalt für die Kita Markus und das neue Haus Lukas hat, wird schon im Eingangsbereich deutlich. Dort hängt ein Bild mit kunterbunten Abdrücken von Kinderhänden und dem Text: „Ein deutsches Kind, ein türkisches Kind, ein afrikanisches Kind und ein asiatisches Kind drücken beim Spielen die Hände in Lehm. Nun geh und sag, welche Hand ist von wem“.

Donnerstag, 03.09.2020, 16:17 Uhr aktualisiert: 03.09.2020, 16:20 Uhr
Ein Schirm in Regenbogenfarben als Symbol für die Vielfalt im Quartier. Unter Beteiligung des Superintendenten Michael Krause (4. von links), seines Nachfolgers Olaf Reinmuth (3. von rechts) und Bürgermeister Tim Kähler wurde Haus Lukas in Betrieb genommen. Foto: Ralf Meistes

142 Jungen und Mädchen aus 14 Nationen besuchen die Einrichtung an der Amselstraße. Das neue Gebäude, Haus Lukas, grenzt mit seinem großzügigen Spielplatz direkt an die bestehende Kita Markus. In acht Gruppen können hier demnächst sogar 150 Kinder untergebracht werden. Damit ist sie Herfords größte Kita.

Einweihungsfeier wurde abgesagt

Als eine seiner letzten Amtshandlungen hat Superintendent Michael Krause das Haus offiziell in Betrieb genommen. Krauses Dienstzeit endete gestern um 24 Uhr. Sein Nachfolger, Olaf Reinmuth, war ebenfalls an die Amselstraße gekommen. Die geplante Einweihungsfeier im Mai musste aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden.

2,9 Millionen Euro investiert

Für den Bau von Haus Lukas war die städtische Wohnungsbaugesellschaft WWS zuständig. Der Evangelische Kirchenkreis Herford mietet die Räume, in denen künftig 85 Jungen und Mädchen untergebracht werden können, von der WWS an. 2,9 Millionen Euro hat der Neubau gekostet.

Im Quartier gebe es eine bunte Gemengelage, so dass nicht nur evangelische Kinder die Einrichtung besuchten, sagte Superintendent Michael Krause. Vor Ort gebe es ein Team von erprobten und erfahrenen Pädagogen. Krause bedankte sich beim Bauausschussvorsitzenden Werner Seeger, weil die CDU mit dazu beigetragen habe, dass die Evangelische Kirche die Kita-Erweiterung umsetzen konnte.

Debatte um Betreiber

Seeger nahm den Ball gerne auf, erinnerte daran, dass es zunächst einen Beschluss gab, wonach die AWO den Betrieb der Kita übernehmen sollte. Die CDU hat den Prozess angehalten. „Ich freue mich, dass das Haus Markus und das Haus Lukas zusammengeführt werden konnten. Es war sinnvoll, dass der Kirchenkreis, der ja mit der Kita Markus hier schon ansässig war, auch das zweite Haus betreibt“, so Seeger. Die Tatsache, dass alle Plätze bereits belegt seien, zeige, „dass die Einrichtung gut angenommen wird“.

Ein buntes Quartier

Bürgermeister Tim Kähler lobte die gute pädagogische Arbeit, die vor Ort geleistet werde. Zugleich betonte Kähler, wie wichtig die Trägervielfalt in der Stadt sei. Die kommissarische Leiterin Annegret Lindner freut sich darüber, dass das Angebot für U2- und U3-Kinder erweitert werden konnte. Pfarrerin Eva-Maria Schnarre (Emmaus-Gemeinde) wies auf die Vielfalt in der Quartiersarbeit hin. Die Zusammenarbeit mit Schule, Seniorentreff und Runden Tischen, all das mache Quartiersarbeit aus. Symbolisch hatte sie einen Regenschirm in Regenbogenfarben mitgebracht. So bunt, wie die Kinderhände im Eingangsbereich der Kita.

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