Angriff auf Zeitungsboten in Herford: 25-Jähriger krankenhausreif geschlagen
„Ich dachte, gleich sticht er mich ab“

Herford (WB). Die Faustschläge treffen ihn wie aus heiterem Himmel: Offenbar aus reiner Lust an der Gewalt haben in der Nacht von Montag auf Dienstag zwei junge Männer einen Zeitungsboten angegriffen. Der 25-Jährige erleidet einen Nasenbeinbruch und etliche Prellungen im Gesicht.

Donnerstag, 03.09.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 03.09.2020, 07:20 Uhr
Der Tatort: An dieser Stelle zwischen Deutscher Bank und Wilhelm-Oberhaus-Grundschule wurde der Zeitungsbote Opfer einer brutalen Gewalttat. Zwei junge Männer haben offenbar grundlos auf ihn eingeschlagen. Foto: Moritz Winde

Der Tatort befindet sich an der Ecke Zum Pulverturm/Berliner Straße/Auf der Freiheit zwischen Deutscher Bank und Volksbank. Seit zehn Jahren bringt der Herforder mittlerweile die neuesten Nachrichten in die Haushalte. „Komische Typen begegnen einem nachts immer mal wieder – vor allem in der Innenstadt. Aber körperlich angegangen wurde ich noch nie.“

Das ist seit Montagnacht anders. Der Fahrrad-Kurier erzählt, wie er die Situation erlebt. Als er gegen 0.40 Uhr in die Stichstraße radelt – auch die Wilhelm-Oberhaus-Grundschule erhält eine Zeitung – sei er massiv angepöbelt worden.

„Drei junge Leute waren auf dem Schulhof. Erst habe ich sie ignoriert. Als mich einer Hurensohn nannte, habe ich gefragt, was los sei.“ Dann sei alles ganz schnell gegangen. Einer aus der Gruppe, die aus zwei Männern und einer Frau zwischen 20 und 25 Jahren besteht, sei losgerannt, über den Metallzaun gesprungen und habe ihm den Weg abgeschnitten. „Der hatte total hasserfüllte Augen. Vielleicht stand er unter Drogen. Als er ein Klappmesser zückte, bekam ich Angst. Ich dachte, gleich sticht er mich ab.“

Mit dem Messer habe er zwar nicht zugestochen, stattdessen unvermittelt zugeschlagen – und zwar mit der Faust an den Kopf. „Ich ging in die Defensivhaltung.“ Genützt hat es nichts: Wenig später sei der Kumpel dazugestoßen, nun hätten beide auf ihn eingeprügelt und eingetreten.

Wer hat etwas gesehen?

Erst als der Bote blutüberströmt beinahe am Boden liegt und die Frau sinngemäß gesagt habe „Lasst es gut sein“, hätten die Angreifer von ihm abgelassen. Am ganzen Körper zitternd schafft es der 25-Jährige per Handy den Notruf zu wählen. Sanitäter bringen den Verletzten in die HNO-Klinik nach Bielefeld.

Es scheint, als ob der Zusteller durch Zufall zum Opfer wurde. Die Polizei kann sich keinen Reim auf diese Gewalttat machen. Das Motiv sei unklar, sagt Behördensprecher Uwe Maser.

Wer sind diese jungen Menschen, die nachts auf einen Boten losgehen? Die Ermittler hoffen, dass Zeugen etwas gesehen haben. Vielleicht wurde das Trio auch von den Überwachungskameras der Deutschen Bank gefilmt.

Der 25-Jährige ist krank geschrieben, muss Schmerzmittel nehmen. Ob er nachts wieder Zeitungen austragen wird? „Ganz klar ja. Vielleicht in einem anderen Bezirk.“ Ein mulmiges Gefühl aber wird ihn in der ersten Zeit sicher begleiten.

Schwer gezeichnet: Die gebrochene Nase tut höllisch weh. Ohne Medikamente seien die Schmerzen nicht auszuhalten, sagt der Zeitungsbote.

Schwer gezeichnet: Die gebrochene Nase tut höllisch weh. Ohne Medikamente seien die Schmerzen nicht auszuhalten, sagt der Zeitungsbote. Foto: Moritz Winde

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