Neue Ausstellung des Herforder Kunstvereins: Arbeiten von Eberhard Bitter und Werner Reuber
Erkennen Sie Campino?

Herford (WB). Wenn das nicht Schimanski ist! Und bei dem Typen in der Nähe handelt es sich um den Punk-Sänger Campino. Die Köpfe, die neben ihm in einer Reihe hängen, sind nicht so bekannt – doch der Verdacht liegt nahe, dass sie ebenfalls zu den Toten Hosen gehören. Offenbar hat der Maler Eberhard Bitter keine Berührungsangst mit Prominenz.

Mittwoch, 02.09.2020, 05:10 Uhr
Erkennen Sie den Sänger? Diese Porträts zeigen drei Bandmitglieder der Toten Hosen. Sie stammen von dem Maler Eberhard Bitter, der eine besondere Affinität zu Prominenten hat. Bis zum 25. Oktober sind seine Bilder im Herforder Pöppelmann-Haus zu sehen. Foto: Hartmut Horstmann

Inspiration vom Tanz

Ein musikaffiner Kollege bestätigt die Tote-Hosen-Vermutung: „Das ist doch Breiti. Und das ist Kuddel.“ Wer derart kluge Begleiter hat, verlässt die aktuelle Ausstellung des Herforder Kunstvereins mit Gewinn. Im Daniel-Pöppelmann-Haus werden die Arbeiten des Wuppertalers Eberhard Bitter bis zum 25. Oktober gezeigt. Hinzu kommen Holzschnitte des Gerhard-Richter-Meisterschülers Werner Reuber.

Für die Freunde des Kunstvereins ist es nicht die erste Begegnung mit Eberhard Bitter. Sein Hang zur Prominenz sorgte Anfang des Jahres sogar für eine lokale Schlagzeile, als in einer Ausstellung plötzlich ein Merkel-Bild fehlte. Das Gemälde war noch vor dem Ende verkauft worden – der Galerist Bitters hatte es kurzerhand abgehängt.

Jetzt also erneut der eine oder andere bekannt Name – eine Einkaufsliste gibt es auch. Dieser ist zu entnehmen, dass zum Beispiel die Kopfporträts von Götz George, Moritz Bleibtreu oder Prince jeweils 2200 Euro kosten sollen. Doch so sehr die Prominenten in puncto Wiedererkennungswert punkten, inhaltlich dreht sich die Ausstellung laut Info-Blatt vor allem um das Thema Tanz – beziehungsweise um die Inspiration, die mit dem Tanz verbunden sein kann.

 

Körper-Verknotungen

Manche der mit expressivem Duktus auf die Leinwand gebrachten Gemälde lassen an die berühmte Laokoon-Gruppe denken – nur fehlt die beiden Schlangen. Bitters nackte Körper sind ineinander verschlungen, was wohl erotische Konnotationen auslösen soll. Manchmal jedoch scheint das Haut-an-Haut-Miteinander eher eine Verknotung zu bewirken.

Der Akzent liegt auf der Kraft und der Dynamik der Körper, die sich frei im Raum bewegen – auf einen Hintergrund verzichtet der Künstler, so dass sich regelrechte Körper-Landschaften bilden.

Auch bei dem in Düsseldorf lebenden Künstler Werner Reuber steht der Mensch im Mittelpunkt. Einer der zu sehenden Farbholzschnitte trägt den Titel „Paar“, andere Arbeiten zeigen Porträts und sind Teil einer Palermo-Reihe – was offenbar mit einem Aufenthalt des Künstlers in Sizilien zu tun hat.

Mit Witz und Ironie

Witz und Ironie sind ein ständiger Begleiter des Künstlers, skurril und eindringlich zugleich wirkt sein „Pestvogel“. Unweigerlich denkt der Betrachter auch wegen der Maske an die aktuelle Corona-Situation. Doch der Farbholzschnitt ist bereits im Jahr 1995 entstanden.

Die Ausstellung im Pöppelmann-Haus ist bis zum 25. Oktober zu sehen. Das Museum (montags und dienstags geschlossen) ist mittwochs bis sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

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