Karin Gehrke stößt Gründung eines Vereins an und fordert Aufstellung eines Taubenschlags
Taubenhilfe will Tiere schützen

Herford (WB). Bereits im April hat Karin Gehrke Bürgermeister Tim Kähler auf ein Problem mit den Stadttauben aufmerksam gemacht : Aufgrund der leereren Innenstadt wegen der Corona-Pandemie fanden die Tiere nicht mehr genug zu fressen. Die Folge: „Wenn sie nicht verhungern, dann erwischt es zumindest deren Nachwuchs“, sagt Karin Gehrke.

Montag, 31.08.2020, 19:14 Uhr aktualisiert: 01.09.2020, 08:50 Uhr
Unmissverständlich beschildert: Das Fütterungsverbot für Tauben am Alten Markt. Foto: Gohrbandt

Deshalb gründete sie zusammen mit anderen Tierschützern die „Stadttaubenhilfe Herford“. Aus der Stadttaubenhilfe soll schon bald ein Verein werden.

Verschiedene Taubenarten

Stadttaube sei nicht gleich Stadttaube, betont Gehrke. In der Herforder Innenstadt gäbe es laut der Tierschützerin grundlegend zwei Taubenarten: Die tatsächliche Stadttaube, die Ringeltaube, und die Tauben, die eigentlich nicht wild leben sollten, die Felsentaube.

Die Ringeltaube käme bestens alleine zurecht, sie könne sich von menschlichen Abfällen ernähren, so Gehrke. Die Felsentaube könne das nicht, die Innenstadt sei nicht ihr natürlicher Lebensraum. Sie benötige Saaten und Getreide.

Eigentlich keine Wildtiere

„Die Felsentauben kommen aus dem Brieftaubensport oder waren mal Hochzeitstauben. Die Brieftauben werden ausgesetzt, damit sie über weite Strecken zu ihrem Zuhause zurückfinden. Sie sind eigentlich keine Wildtiere, sondern werden gezüchtet und entsprechend verpflegt. Das Gleiche gilt für Hochzeitstauben,“ weiß Karin Gehrke.

Daraus resultiere die Problematik mit der „Stadttaube“: Die Felsentauben bräuchten richtiges Taubenfutter und nicht das, was für sie in der Innenstadt abfällt. „Durch Mangelernährung ändert sich die Beschaffenheit ihres Kots: Der Hungerkot wird flüssig, klebrig und ätzend.“ Das ärgert nicht nur die Tierschützer, sondern auch Ladenbesitzer und Anwohner. Für vergangenen Sonntag hatte Karin Gehrke deshalb zur Vereinsgründung eingeladen. Acht Leute hatten sich versammelt, um Vorstand, Satzung, Finanzierung und Ziele der Tierhilfe zu besprechen.

Mehr Helfer benötigt

Schnell wurde deutlich: Es werden mehr engagierte Helfer gebraucht. „Viele der Felsentauben sind kurz davor, den Schwächetod zu sterben. Um sie einzufangen, müssten sie aber angefüttert werden, denn die Tiere sind sehr scheu“, erläutert Gehrke. Das Füttern von Tauben ist in der Herforder Innenstadt allerdings verboten. Diese Vorschrift mache das Engagement der Tierfreunde praktisch illegal. Für die Versorgung von schwachen oder kranken Tieren würden also mehr Helferinnen und Helfer benötigt.

Um das Tierleiden und Ärgernis für die Anwohner zu lösen, schlägt die Stadttaubenhilfe deshalb die Anschaffung eines Taubenschlags vor, wie es ihn bereits in Bünde gibt . „So könnten wir die Tiere kontrollieren. Das bedeutet weniger Tauben, weniger Tierleiden, weniger Kot auf den Gehwegen,“ sagt die Tierschützerin.

Ende des Jahres wollen Gründungsmitglieder erneut die Aufstellung eines Taubenschlags beantragen. Bis dahin wollen die Verantwortlichen auch die Vereinsgründung besiegelt haben.

Interessierte können sich per E-Mail unter Stadttaubenherford@yahoo.com mit dem Vorstand in Verbindung setzen. Die nächste Mitgliederversammlung findet am Sonntag, 25. Oktober, im Agenda-Büro am Alten Markt 2 in Herford statt.

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