Wie sich die Stadtwerke Herford auf längere Trockenperioden einstellen
„Noch ist ausreichend Trinkwasser da“

Herford (WB). „Aktuell sehen wir keine Schwierigkeiten bei der Trinkwasserversorgung“, sagt Frank Klipker, Leiter der Wasserversorgung bei den Stadtwerken Herford. Doch aufgrund der heißen und trockenen Sommer der vergangenen Jahre denkt man bei den Stadtwerken über den Bau eines neuen Hochbehälters oder der Suche nach neuen Brunnen nach.

Freitag, 14.08.2020, 09:13 Uhr aktualisiert: 14.08.2020, 09:16 Uhr

Denn der Wasserverbrauch der Menschen in den Gemeinden Herford, Hiddenhausen und Spenge nimmt zu. Der durchschnittliche Verbrauch liegt bei 16.500 Kubikmetern. In diesen heißen Tagen mit wenig Regen steigt er häufiger auf 19.000 Kubikmeter. Der Spitzenwert beim Verbrauch stammt vom 26. Juni 2019, auch ein extrem heißer Tag im Wittekindsland. Damals gingen 20.600 Kubikmeter durch die Wasserleitungen der Stadtwerke.

Abends steigt der Verbrauch

Vor allem in den Abendstunden steige der Wasserverbrauch noch einmal deutlich an. „Die Leute kommen dann von der Arbeit und wässern ihre Gärten. Das merken wir sofort am Verbrauch“, sagt Christine Brinkmann, Pressesprecherin der Stadtwerke. Auch dass mehr Menschen in diesem Jahr Urlaub im eigenen Garten gemacht haben und coronabedingt nicht weggefahren sind, sei zu spüren gewesen. Viele hätten sich kleine privat Pools zugelegt, um sich abzukühlen.

Während der Verbrauch steigt, werden die Trinkwasservorkommen allerdings geringer. Darauf gilt es zu reagieren. Zum einen, in dem mit dem kostbaren Wasser sparsamer umgegangen wird (siehe Informationskasten rechts). Zum anderen gibt es bei den Stadtwerken Herford Überlegungen, einen weiteren Hochbehälter zur Speicherung des Wasser zu bauen.

Längere Phasen der Trockenheit

„Denn die längeren Phasen der Trockenheit, wie wir sie derzeit erleben, zehren an den natürlichen Wasserspeichern“, sagt Klipker. Zudem dehnen sich die Vegetationsperioden aus. Mit anderen Worten: Wenn das Wachstum von Bäumen früher im Jahr beginnt, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem früheren Zeitpunkt zu Phasen der Trockenheit kommt.

„Das Auffüllen der Bodenwasservorräte dauert sehr lange, denn erst wenn der Boden sehr gut durchfeuchtet ist, sind die Voraussetzungen gegeben, die zur Grundwasserneubildung führen“, sagt der Leiter der Wasserversorgung. Momentan sind die Böden allerdings sehr trocken.

Suche nach neuen Brunnen

Neben dem Bau eines weiteren Hochbehälters könnte auch ein neuer Brunnen helfen. Doch das ist leichter gesagt als getan. Zunächst müsste man die richtige Stelle finden. Dann muss zunächst geklärt werden, welche Auswirkungen die Wasserentnahme in einigen Metern Tiefe auf die umliegende Vegetation hat. Am Ende dauere so ein Prozess bis zur Genehmigung drei bis vier Jahre, schätzt Christine Brinkmann.

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