NRW baut Kommunikationsangebot deutlich aus
Häftlinge nutzen Skype

Düsseldorf (WB/ca). Schon vor der Corona-Krise mit ihren Kontaktbeschränkungen hatten Häftlinge in einigen nordrhein-westfälischen Gefängnissen die Möglichkeit, über Videotelefonie (Skype) Verwandte zu sprechen und zu sehen. Dieses Angebot ist jetzt erheblich ausgeweitet worden.

Samstag, 08.08.2020, 04:06 Uhr aktualisiert: 08.08.2020, 05:01 Uhr
Auch die JVA Herford bietet Videotelefonie an. Foto: Moritz Winde

Gab es Skype bisher in elf der 36 Gefängnisse, sind es jetzt 22 Haftanstalten, die Videotelefonie anbieten, und zwar in Detmold, Hövelhof, Herford, Aachen, Attendorn, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Geldern, Gelsenkirchen, Hagen, Hamm, Kleve, Köln, Münster, Remscheid, Rheinbach, Schwerte, Werl, Willich und Wuppertal.

Strafgefangene haben gewöhnlich das Recht, Besuch zu empfangen und zu telefonieren. Für beides gelten zeitliche Beschränkungen, und es gibt eine abgestufte Überwachung durch Justizvollzugsbeamte, die bis zum Mithören reicht.

Nachdem die Besuchsmöglichkeiten wegen der Corona-Pandemie im Frühjahr erheblich eingeschränkt worden waren, rüstete das Land die Videotelefonie auf und verfügt jetzt über 69 solcher Plätze in 22 Haftanstalten. Dr. Marcus Strunk, Sprecher des Justizvollzugs in NRW: „Die Verwandten müssen sich mit ihrem Ausweis vor der Kamera identifizieren. Das wird von den Beamten in der Haftanstalt kontrolliert.” Dann kann das Gespräch beginnen, das auch schon mal eine Stunde dauert. Dr. Strunk: „Für die Gefangenen ist es natürlich etwas Besonderes, wenn sie auf diese Weise mal wieder einen Blick in ihre Wohnung werfen können.”

Die Technik für die 69 Plätze hat nach Angaben des Landes knapp 18.000 Euro gekostet. Das Justizministerium sieht wegen der geringeren Besucherzahlen die Sicherheit in den Haftanstalten durch Skype verbessert.

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