Mehr Teilnehmer als erwartet – Polizei muss kurz eingreifen
Demo gegen Rechtsextreme vor der Moschee

Herford (WB). 20 Personen waren angemeldet, etwa 50 sind gekommen – trotz sengender Mittagshitze. Die erste offiziell angemeldete Demonstration anlässlich des Rufes zum Freitagsgebet vor der Ditib-Moschee ist besser besucht, als vom „Bündnis gegen Rechts“ erwartet und bleibt auch weitgehend friedlich.

Freitag, 07.08.2020, 19:00 Uhr

Nur als kurz nach halb zwei der Muezzin-Ruf aus zwei in den Fenstern des Obergeschosses der Moschee platzierten Megafonen erschallt, kommt Unruhe auf. Der Islam-Kritiker und vom Bündnis als rechter Aktivist bezeichnete Marcel Bauersfeld mischt sich unter die auf der der Moschee gegenüberliegenden Straßenseite positionieren Demonstranten. Es kommt zu einem kurzen Gerangel, die Polizei geht schnell dazwischen.

Bauersfeld verlässt auf Ansprache der Beamten den Ort – allerdings nicht, ohne noch lautstark Parolen von sich zu geben. Bereits in den Wochen zuvor hatte er gegen den Muezzinruf protestiert , mal mit einer Kuhglocke, mal mit Löffel und Kochtopf. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob er dadurch die Religionsfreiheit gestört hat.

„Haben auch Probleme mit der Ditib“

Bis zu diesem Zwischenfall haben die Demonstranten bereits mehr als eine Stunde in der Gluthitze ausgeharrt. Sie sind gekommen, um gegen Leute wie Bauersfeld ein Zeichen zu setzen. Zuletzt waren auch Mandatsträger der AfD vor Ort gewesen.

„Wir sind nicht hier, um die Moschee zu schützen“, betont Irmgard Pehle von den Linken. „Wir haben durchaus unsere Probleme mit der Ditib. Deshalb stellen wir uns bewusst auf die andere Straßenseite.“ Dort ist auf jeden Fall auch mehr Schatten. Neben den Linken ist die Antifa – ihr Plakat zeigt den Spruch „Gegen türkischen und deutschen Nationalismus“ – und die Spaß-Polittruppe „Die Partei“ (Motto: „Hier marschiert der rationale Widerstand“) durch Banner erkennbar. Ein rechter Demonstrant, der mit einem Plakat sein „Recht auf Heimat“ einfordert, wird von der Polizei ebenfalls von der angemeldeten Demonstration getrennt.

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