Viele Ehrenamtliche des Kinderschutzbundes gehören zur Risikogruppe
Corona gefährdet Lernförderung

Herford (WB). Die Coronakrise hat die Kluft zwischen Schülern, denen das Lernen leicht fällt, und denen, die Probleme haben, vertieft. Bei Unterstützungsbedarf gibt es seit vier Jahrzehnten die kostenlose Lernförderung des Kinderschutzbundes Herford. Der hat jetzt aber ein großes Problem: „Etwa 90 Prozent unserer 13 ehrenamtlichen Betreuer sind im Rentenalter und gehören damit zur Risikogruppe“, sagt Vorsitzende Ulrike Kleineberg. Man könne und wolle sie nicht dem Risiko einer Infektion aussetzen. „Wir haben auch jüngere Betreuer, die aufgrund einer Vorerkrankung gefährdet sind“, ergänzt Heike Weber, die als hauptamtliche Pädagogin das Angebot koordiniert.

Freitag, 07.08.2020, 05:30 Uhr
Den Stundenplan der Lernförderung mit Betreuern zu bestücken, ist für Heike Weber (links) und Ulrike Kleineberg vom Kinderschutzbund derzeit eine schwierige Aufgabe. Viele ehrenamtliche Helfer gehören zur Risikogruppe. Sie hoffen jetzt auf neue Mitstreiter. Foto: Bexte

Schüler auf der Warteliste

Wer also soll den Schülerinnen und Schülern bei den Hausaufgaben und beim Lernen helfen, wenn in der nächsten Woche die Schule wieder beginnt? „Zumal gerade wegen Corona die Zahl der Anfragen steigt. Wir haben für die Schüler bereits eine Warteliste.“ Erschwerend kommt hinzu, dass wegen der Virusgefahr der Betreuungsschlüssel ein anderer ist: Konnte sich zuvor eine ehrenamtliche Helferin – fast ausschließlich sind es Frauen – auch mal um zwei oder mehr Kinder kümmern, ist jetzt Einzelbetreuung angesagt. „Wir benötigen also mehr Personal“, sagt Weber.

Deshalb bittet der Kinderschutzbund um Hilfe: „Wir brauchen Menschen, egal ob Schüler, Student, Berufstätiger oder Rentner, die bei der Lernförderung mitmachen.“

Nur Einzelbetreuung

Die Lernförderung richtet sich an Mädchen und Jungen der Klassen 1 bis 6, ein Schwerpunkt liegt jedoch auf den Erstklässlern. Angepasst an die aktuellen Coronaschutzverordnungen wird die Hilfe als Einzelbetreuung montags bis donnerstags in zwei Schichten angeboten: von 14.30 bis 15.45 Uhr und von 16 bis 17.45 Uhr. „Einsatzzeiten können tage- oder schichtweise übernommen werden. Für die Planungssicherheit ist aber eine Regelmäßigkeit wünschenswert“, erklärt Kleineberg.

Ab Montag, 17. August, soll die Lernförderung wieder an den Start gehen. Die Ehrenamtlichen werden dabei von drei Honorarkräften unterstützt, deren Zeiten der Kinderschutzbund bereits erweitert hat. „Das kostet natürlich.“

Spielen und Backen fällt aus

Etwa 14 Kinder waren zuletzt täglich in das Haus am Münsterkirchplatz 7 gekommen. Bislang wurde mit Mundschutz gelernt. „Wir werden jetzt aber Plexiglasscheiben anschaffen, das ist besser.“ Weitere Angebote wie gemeinsames Spielen oder Backen müssen wegen Corona aber vorerst ausfallen.

Interessenten können sich am Montag und Dienstag, 10. und 11. August, zwischen 12 und 17 Uhr beim Kinderschutzbund telefonisch melden (05221/86747) oder am Münsterkirchplatz 7 vorbeischauen. Auch eine Anfrage per Mail ist möglich: info@kinderschutzbund-herford.de.

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