Abstrichstellen für Lehrer, Erzieherinnen und Reiserückkehrer sollen Praxen entlasten
Neue Testzentren in Herford und Bünde

Herford (WB). Nein, es sei nicht die Vorbereitung auf eine zweite Corona-Welle. „Wir wollen mit dieser Maßnahme die Hausarztpraxen entlasten“, betont Dr. Hermann Lorenz, Leiter der Bezirksstelle der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Der Kreis wird wegen des erwarteten Ansturms von Lehrern und Erzieherinnen, die sich bekanntlich bis zu den Herbstferien alle 14 Tage freiwillig auf das Virus testen lassen können, in Kooperation mit der KV zwei Abstrichstellen einrichten: in Herford und in Bünde.

Donnerstag, 06.08.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 07.08.2020, 09:58 Uhr
Allein für das Kita- und Schulpersonal rechnet der Kreis mit bis zu 20.000 Abstrichen bis zu den Herbstferien. Hinzu kommen Reiserückkehrer. Deshalb eröffnet der Kreis in Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung zwei Teststellen. Foto: dpa

Schließlich betreffe das kreisweit 3100 Lehrkräfte und Schulmitarbeiter sowie 1700 Beschäftigte in Kitas und in der Tagespflege, rechnet Kreisdirektor Markus Altenhöner vor. „Wir gehen von einem rechnerischen Bedarf von bis zu 20.000 Corona-Testungen aus.“ Doch wie viele tatsächlich kämen, „das wissen wir nicht“, sagt Landrat Jürgen Müller. „Wir wollen aber gewappnet sein und stellen uns mit Testzentren in den beiden größten Städten des Kreises dafür auf.“

Hinzu kämen Reiserückkehrer. Einreisende aus Risikogebieten müssen sich 14 Tage in Quarantäne begeben und testen lassen. Ein negatives Ergebnis verkürzt die Quarantäne. Für Rückkehrer aus anderen Gebieten ist der Abstrich freiwillig. „Die Betroffenen können sich aber weiterhin in ihren Hausarzt- und Kinderarztpraxen testen lassen“, erklärt Lorenz. Viele Ärzte hätten bereits Extra-Sprechstunden dafür eingerichtet.

Mindener Labor betreibt die Abstrichstellen

In Herford wird das bereits im April und Mai geöffnete Diagnose- und Behandlungszentrum an der Oststraße 23 im Gewerbegebiet Herringhausen reaktiviert. In Bünde ist die Notfallpraxis an der Viktoriastraße 19 Anlaufpunkt. Federführend an beiden Orten ist das Laborzentrum Weser an den Mühlenkreiskliniken in Minden, mit dem der Kreis bereits zusammenarbeitet.

„Es werden aber nur Abstriche genommen, es gibt keine weiteren Behandlungen, Diagnosen, Krankschreibungen oder Rezepte“, betont Dr. Marie-Luise Kluger, Leiterin des Kreisgesundheitsamtes. Zwei- bis dreiköpfige Teams aus medizinisch geschultem Personal, etwa Medizin-Studenten, nähmen die für die betreffenden Personengruppen kostenfreien Abstriche. „Jeder der Symptome hat, muss sich hingegen an einen Arzt wenden.“

Testergebnisse auch per App

Die Abstrichstelle in Herford öffnet bereits am Freitagnachmittag, 8. August. Montag geht auch das Bünder Pendant an den Start. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, es muss jedoch eine Bescheinigung des Arbeitgebers vorgelegt werden. Kita- und Schul-Personal könne sich wochenweise abwechselnd testen lassen. Derzeit sind die Erzieherinnen an der Reihe, nächste Woche die Lehrer.

Die Testergebnisse werden per Post mitgeteilt, können aber auch über die Corona-App per QR-Code abgerufen werden. Die Herforder Abstrichstelle ist montags bis freitags von 14 bis 19 Uhr geöffnet, das Bünder Testzentrum montags, dienstags und donnerstags von 14 bis 17.30 Uhr.

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