Schulen bereiten sich auf Unterrichtsbeginn unter nie dagewesenen Vorzeichen vor
Von Maskenpflicht und Atempausen

Herford (WB). Jetzt nur noch mit Maske: Damit der am kommenden Mittwoch beginnende Schulunterricht wieder vor Ort mit vollem Stunden- und Lehrplan in ganzer Klassenstärke stattfinden kann, müssen Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen zumindest bis Monatsende auch während der Schulstunden einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Die heimischen Schulen bereiten sich nun auf diese noch nie dagewesene Herausforderung vor – auch wenn sie noch gar nicht genau wissen, was da auf sie zukommt.

Mittwoch, 05.08.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 05.08.2020, 05:02 Uhr
An weiterführenden Schulen gilt mit Schulbeginn am kommenden Mittwoch bis Monatsende auch im Unterricht eine Maskenpflicht. Heimische Schulen begrüßen die Maßnahme. Die Otto-Hahn-Realschule erwägt wegen der Belastung extra „Atempausen“. Foto: dpa

Sicher, optimaler Unterricht sehe anders aus. „Ich halte die jetzt angeordneten Maßnahmen aber für sinnvoll“, sagt Bernd Höner, stellvertretender Leiter der Gesamtschule Friedenstal. Mit größeren Problemen rechnet er nicht. „Auch zuletzt mussten die Schüler in der Schule eine Maske tragen, nur halt nicht im Klassenzimmer. Das hat gut geklappt.“ Für Lehrer gelte keine Maskenpflicht im Unterricht (siehe Info-Kasten). Er trage aber bereits jetzt bei der Büroarbeit in Anwesenheit von Kollegen stets einen Mund-Nase-Schutz. „Ich habe zeitweise auch im vergangenen Schuljahr mit Maske unterrichtet“, erklärt Höner. Alles kein Problem.

Hitzefrei-Regelung großzügiger ausgelegt?

Die Otto-Hahn-Realschule möchte zusätzliche „Atempausen“ schaffen: „Man kann nicht einen ganzen Vormittag ohne Unterbrechung eine Maske tragen“, sagt Schulleiter Karsten Heumann. Nach zwei, drei Stunden seien die „klitschnass“. Deshalb sei geplant, zusätzlich zu den beiden großen Pausen den Schülern zwei zehnminütige „Atempausen“ zu gewähren. Jeweils eine Klassen könnte dann auf dem Schulhof oder dem Sportgelände ohne Maske durchschnaufen. „Sie würden dafür etwa die zweite Stunde zehn Minuten eher beenden oder erst zehn Minuten nach einer großen Pause wieder in den Klassenraum gehen.“ Trotz der Belastung sei die Maskenpflicht richtig. „Wenn wir auf das Abstandsgebot verzichten, geht es nur so“, meint Heumann. Zudem könnte bei hohen Temperaturen „die Hitzefrei-Regelung eventuell etwas großzügiger ausgelegt werden“.

Gudrun Horst de Cuestas, Leiterin des Friedrichs-Gymnasiums, hält die strikte Maskenpflicht ebenfalls für akzeptabel. „Denn schließlich stehen alle gemeinschaftlich in der Verantwortung.“ Und es sei „ganz, ganz wichtig“, dass die Kinder und Jugendlichen endlich wieder Kontakte zu ihren Mitschülern aufnehmen könnten. „Es ist klug, dass die Maskenpflicht zunächst nur bis Monatsende gilt. Dann wissen wir besser, wie sich mit Blick auf Urlaubsrückkehrer das Infektionsgeschehen entwickelt.“ Unterrichtet werden darf nur in gut zu belüftenden Räumen. „Das müssen und das werden wir schaffen.“ Schließlich sei man auf alle Räume angewiesen.

„Eine Maske reicht nicht“

Einen gestaffelten Unterrichtsbeginn werde es nicht geben, da einige Angebote parallel mit dem benachbarten Ravensberger Gymnasium liefen. Noch geklärt werden müsse, ob bei jetzt erstmals wieder voller Schülerzahl die Einbahnstraßenregelung beim Gang durch die Schule möglich sei. „All dies wird am Donnerstag auch in einem Gespräch mit Eltern und Schülern erörtert werden.“ Problematisch sieht Horst de Cuestas , dass es für die Lehrer aufgrund der Maskenpflicht schwer werde, die Schüler, insbesondere die neuen Fünftklässler, kennen zu lernen. „Wie soll man sich da Namen merken?“ Unterricht auf Abstand unter freiem Himmel sei möglicherweise eine Alternative.

Während die Lehrkräfte Masken gestellt bekommen, müssen die Schülerinnen und Schüler sie mitbringen. „Aber eine reicht nicht für einen Schultag“, betont Oliver Leimbrock, kommissarischer Leiter der Olof-Palme-Gesamtschule in Hiddenhausen. In einem Elternbrief will er unter anderem darauf hinweisen, die Kinder mit mehr als einem Mund-Nase-Schutz auszustatten. Eine Einbahnstraßen-Regelung führe beim Vollbetrieb zu unerwünschten Staus. Die Schüler sollten jeweils das Treppenhaus nutzen, das dem Unterrichtsraum am nächsten liege.

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