Öffnungszeiten nach Coronapause wieder modifiziert – freitags bis 20 Uhr
Das Marta, kein Ort für Langschläfer

Herford (WB). Nach der Coronapause haben die Uhren im Marta kurzzeitig anders geschlagen. Wegen des Wegfalls von Kindergarten- und Schülergruppen hatte das Museum die Öffnungszeiten nach hinten verlagert – ist jedoch jetzt weitgehend zu den alten Zeiten zurückgekehrt.

Mittwoch, 05.08.2020, 02:30 Uhr aktualisiert: 05.08.2020, 05:05 Uhr

Freitag ist Tag fürs Nightclubbing

Vom 14. März bis zum 19. Mai war das Museum an der Goebenstraße geschlossen. Die Phase danach – als niemand wusste, wie der Museumsbetrieb nach dem Herunterfahren wieder starten würde – hatte in puncto Öffnungszeiten auch einen experimentellen Charakter. „Es hat sich gezeigt, dass die meisten Marta-Besucher bis 18 Uhr kommen“, sagt Pressesprecherin Daniela Sistermanns. Nur wenige hielten sich danach noch im Museum auf.

So ist das Museum wieder täglich (montags geschlossen) von 11 bis 18 Uhr geöffnet. An die Herforder Nightclubber, die am Wochenende abends gerne etwas unternehmen, richtet sich die Freitags-Neuerung: Dann ist das Museum von 11 bis 20 Uhr geöffnet – erst Marta, dann Party.

Die Insel ist verwaist

Recht zufrieden sind die Verantwortlichen mit den Zahlen. „Wir erreichen jetzt etwa 50 Prozent der normalen Besucherzahl“, erklärt Daniela Sistermanns. Das sei im Vergleich zu anderen Häusern ein guter Wert. Als die aktuelle große Ausstellung „Glas und Beton“ Anfang März eröffnet wurde, kamen pro Woche etwa 1000 Besucher, so die Pressesprecherin. Jetzt liege die Zahl bei etwa 500.

Wegen der Coronapause wurde die Ausstellung bis zum 4. Oktober verlängert. Pandemiebedingt etwas verwaist ist die als Baustelle angelegte „Insel im Marta“ des Belgiers Adrien Tirtiaux. Die aus Sand und Kies angeschüttete Bodeninstallation sollte den Besuchern zwecks Arbeitseinsatz zur Verfügung stehen – doch es blieb bisher beim Workshop.

Sondermüll wird Kunst

„Die Schaufeln müssten regelmäßig desinfiziert werden. Jemand müsste aufpassen, dass die Abstandsregeln eingehalten werden“, sagt Sistermanns. Das sei zu aufwendig. Immerhin kann die Insel betreten werden. Und wer sich zum Thema „Zerbrechlichkeit“ äußern will, erhält dazu auf Zetteln an einer Wand Gelegenheit.

Als ein Kunstwerk, das bei vielen Besuchern großen Eindruck hinterlässt, nennt Sistermanns eine Bodeninstallation von Louisa Clement. Die schwarzen Glassteine wirken ästhetisch, das Wissen um ihre Beschaffenheit zeigt, dass Schönheit auch in der Kunst nichts mit inneren Werten zu tun hat. Das glänzende Glas umschließt das Giftgas Sarin – „unbedenklicher Sondermüll“, für die Kunstwerdung somit kein Hinderungsgrund.

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