Hofläden profitieren: Kunden setzen wegen Corona verstärkt auf regionale Produkte
So gut schmeckt die Heimat!

Herford/Hiddenhausen (WB). Vielen Geschäften hat die Corona-Krise zugesetzt – die Hofläden in der Region aber profitieren. „Es hat ein Umdenken stattgefunden. Immer mehr Menschen besinnen sich auf regionale Produkte. Die Zahl unserer Kunden hat sich seit dem Lockdown spürbar erhöht“, zieht Andrea Danewitz, Mitarbeiterin des Obsthofes Otte, Bilanz. Eine Erfahrung, die auch andere Hofladen-Betreiber in der Region gemacht haben.

Dienstag, 04.08.2020, 20:37 Uhr aktualisiert: 04.08.2020, 21:00 Uhr
Neben jeder Menge Obst und Gemüse werden im Hofladen von Otte auch Kekse, Nudeln, Marmeladen und kleine Präsentkörbe angeboten. „Seit der Corona-Krise kommen mehr Kunden, sie besinnen sich verstärkt auf heimische Produkte“, hat Mitarbeiterin Andrea Danewitz festgestellt. Foto: Kathrin Weege

Auch vom Fall Tönnies können die Läden profitieren. „Wir haben beim Fleisch mehr Nachfrage. Wir halten auf dem Hof 35 Bullen, 100 Schweine, 200 Hähnchen und 900 Legehennen – man weiß genau, wo unser Fleisch und die Eier herkommen“, sagt Christian Becker, der den Bio-Hof Meyer-Arend betreibt

Zeit für eine kurze Unterhaltung

Es habe immer mal Skandale gegeben, die Kunden vermehrt zu regionalen Produkten greifen ließ. „Auch wenn nicht alle dauerhaft zu uns kommen – einige bleiben schon jedes Mal hängen“, hat Becker festgestellt. Er hat mit 300 Quadratmetern und 4000 Produkten den wohl größten Laden in der Region. Bei ihm kann man sich komplett versorgen. „Vom Klopapier über Backwaren und Säfte bis zum Fleisch“, sagt er.

Kunden können sich ansehen, wie die Tiere auf dem Bioland-zertifizierten Hof gehalten werden. „Wir bieten Hofführungen an. Seit Corona ist das allerdings schwierig geworden“, sagt der Landwirt.

Auffällig in allen Hofläden: Sie verkaufen nicht nur Produkte, die sie selber herstellen, sondern zahlreiche weitere – sind damit sehr vielseitig. „Wir arbeiten mit anderen regionalen Anbietern zusammen und kaufen dazu“, sagen Andrea Danewitz und Christian Becker. Und selbst die Limonade, die Becker in Kisten vor dem Eingang stehen hat, stammt aus der Gegend – in diesem Fall aus der Nähe des Dümmers.

„Gerade ältere Bürger kommen seit Corona gerne in unseren Hofladen, weil sie hier nicht auf Menschenmengen wie in den Supermärkten treffen“, meint Judith Düsediekerbäumer. Und es bliebe immer auch die Zeit für eine kurze Unterhaltung. „Das ist vielen wichtig“, sagt sie.

Geflügel läuft frei im Garten herum

Daher kennt sie ihre Kunden inzwischen gut. Im kleinen Laden werden vor allem frische Wurst und Fleisch aus eigener Herstellung angeboten. „Gerade ist Grillfleisch sehr gefragt“, sagt sie. Der Hof hat Rinder, Schweine, Enten und Gänse. Das Geflügel läuft frei im Garten herum und wird zu Weihnachten angeboten.

Neben dem Hofladen haben Düsediekerbäumers ein Café auf dem Gelände – dort gibt’s selbst gemachte Torten. Michaela Gläsker kann aktuell 40 Plätze draußen und 50 im Innenbereich anbieten. Nach der Schließung im Lockdown kommen jetzt wieder viele Kaffeegäste.

Auch der Erdbeer- und Spargelhof von Laer hat Cafébetrieb – aktuell von freitags bis sonntags, ab August kommt der Donnerstag dazu. Der Hofladen allerdings hat seit zwei Wochen geschlossen. „Wir öffnen ihn nur zur Erdbeer- und Spargelsaison“, sagt Constantin von Laer. Dann gibt’s alles, was man fürs Spargelmenü, benötigt: Schinken, Sauce Hollandaise und Wein.

Statt einzukaufen kann man ab jetzt in dem kleinen Fachwerkhaus heiraten. „Bei uns finden freie Trauungen im Grünen statt – regnet es, kann unser Hofladen genutzt werden. Er ist bereits leer geräumt“, sagt von Laer.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7521056?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F
Argentinien und die Fußball-Welt trauern um Diego Maradona
Verstarb im Alter von 60 Jahren: Diego Maradona.
Nachrichten-Ticker